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peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


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Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
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HIV-positive Pflegekinder: Erfahrungsbericht einer PM Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Warum nimmt eine Familie HIV-positive Pflegekinder auf? Anstrengende, herausfordernde Kinder, die nicht nur an ihrer Erkrankung leiden, sondern auch daran, dass sie zuvor nicht die Fürsorge und den Schutz bekommen haben, die sie brauchen.

Die Geschichte von Benjamin und Merle*, erzählt von ihrer Pflegemutter.


Benjamin ist sechs Jahre alt, ein ausgesprochen hübscher, sehr zarter Junge mit großem Charme, den er für seine Bedürfnisse einzusetzen weiß. Er spricht deutlich, auch für Außenstehende inzwischen gut verständlich. Wenn es ihm gut geht! Seine Fähigkeiten sind in einem hohen Maße von seinem Allgemeinbefinden abhängig. An manchen Tagen spricht er verwaschen, seine Energien benötigt er dann zur Kompensation seiner gesundheitlichen Belastungen: Er ist seit seiner Geburt HIV-positiv.

Vor zweieinhalb Jahren kam Benjamin als Pflegekind zu uns: Der damals Vierjährige hatte bis dahin sein Leben in einem Heim für mehrfachbehinderte Kinder verbracht und war schwer hospitalisiert. Wie Benjamin zu uns kam? Zu meiner beruflichen Tätigkeit bei einem Träger der freien Jugendhilfe gehörte die Bearbeitung von Anfragen der Jugendämter zur Unterbringung von Kindern in Erziehungsstellen. Eine davon betraf Benjamin, für den trotz intensiver Suche keine geeignete Familie gefunden werden konnte. Mir und später meiner ganzen Familie ging dieses Kind nicht mehr aus dem Sinn.

Wir begannen uns intensiv mit Aids zu beschäftigen, lernten zu differenzieren zwischen Aids und einer HIV-Infektion und diskutierten bei jeder Gelegenheit über dieses Thema. Irgendwann waren wir uns sicher: Wir wollen dieses Kind kennen lernen und bei gegenseitiger Sympathie möchten wir mit Benjamin zusammenleben. Als wir den Jungen erstmalig auf dem Arm einer Erzieherin sahen, war es für meinen Mann und mich „Liebe auf den ersten Blick“. Im Laufe der nächsten fünf Monate lernten wir Benjamin bei zahlreichen Besuchen näher kennen. Schon damals waren wir fasziniert von seinem Charme, seiner Dickköpfigkeit, seinem Humor und seiner zutiefst anrührenden frechen Liebenswürdigkeit.

Wir holten ihn über zunehmend längere Zeiten zu uns nach Hause. Wir waren schockiert über die Unmöglichkeit, gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen, dachten ganz naiv: „Wenn wir ihm nur das richtige Angebot machen, dann wird er schon essen“, wurden aber sehr bald eines Besseren belehrt. Die Verweigerung von Essen machte uns zunächst hilflos. Wir waren entsetzt über die völlige „Unerzogenheit“. So warf Benjamin zum Beispiel jedes gefüllte Glas durch die Gegend, Regelverhalten schien ihm völlig fremd. Zusammentreffen mit anderen Kindern eskalierten heftig. Er schien nur das Ziel zu haben, andere Kinder zu schlagen und Spielsachen zu zerstören. Kuscheln, gemeinsames Lesen von Büchern, übliche Freizeitgestaltung – das alles war unmöglich.


Die Pflege sowie die Medikamentengabe über die Sonde gestalteten sich schwierig. Benjamin hatte Angst, er schrie und wehrte sich. Über Jahre wurde er aufgrund einer hohen Fluktuation in seiner bisherigen Einrichtung von ständig wechselnden Personen versorgt. Diese Erfahrungen hatten tiefe Spuren bei Benjamin hinterlassen.

Die Konsequenz war, dass wir noch vor der vollständigen Aufnahme bei uns zu Hause begannen, den zukünftigen Alltag unter Einbeziehung von Fachleuten zu organisieren. Neben der Planung von Pflege, Logopädieund Frühförderung erschien uns die Integration in einen Kindergarten als ein vordringliches Ziel. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz erlebten wir erstmalig eine große Irritation und Ratlosigkeit bei den Verantwortlichen. Über eine positive Mitteilung einige Wochen später waren wir sehr glücklich. Es stellte sich heraus, dass der Leiter des Kindergartens sich bundesweit mit anderen erfahrenen Institutionen in Verbindung gesetzt hatte, und damit ausreichend Sicherheit für eine positive Entscheidung gewinnen konnte.

Es wurde eine Gruppe ausgewählt, in der den Erzieherinnen ein adäquater Umgang mit der besonderen Problematik zugetraut wurde. Zahlreiche Gespräche und die Bereitschaft, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, ermöglichten später eine gute Zusammenarbeit und Benjamin einen großenSchritt in Richtung „Normalität“ und Integration.

Der Gedanke, dass ich „mein altes Leben wieder zurückhaben“ wollte, beschäftigte mich in dem ersten Jahr mit Benjamin immer wieder. Die Balance zwischen Aushalten und Nicht-Aufgeben musste trotz aller Zuneigung immer wieder gefunden werden.

Die vielfältigen und komplexen Probleme wurden erst im Laufe der Monate in ihrer völligen Tragweite deutlich. Die soziale Isolierung der vergangenen Jahre hatte altersgemäße Umwelt-Erfahrungen nicht ermöglicht. Wir installierten zahlreiche Rituale, die den Alltag strukturierten, verbrachten viel Zeit in der Natur, in unserem Garten, mit unseren Tieren, im nahe gelegenen Wald, machten kleine Ausflüge.

Die Infektion macht die dauerhafte Behandlung mit Medikamenten bei ihm unverzichtbar. Die Nebenwirkungen sind erheblich und belasten Benjamin massiv. Auch Infekte verlaufen problematisch. Die Dauer und die Intensität sind nicht vergleichbar mit den Auswirkungen bei gesunden Kindern. Wir lernten zunehmend zwischen möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten und Infekten zu differenzieren. Aber vor allem lernten wir nach und nach „einander zu lesen“, Überforderung, Erschöpfung, Schmerzen und Angst in ihren Anfängen zu erkennen und Benjamin rechtzeitig zu entlasten.

Von Beginn an ernährten wir Benjamin nicht mehr über die Sonde, sondern anfangs ausschließlich oral mit hochkalorischen Getränken, später zunehmend mit pürierten Speisen, Pudding und Joghurt. Bei Kerzenschein und Benjamins Lieblingsmusik nahmen wir nun die Mahlzeiten ein, die einen
Großteil unserer Zeit in Anspruch nahmen. Immer wieder kam es vor, dass Benjamin in einer halben bis zu eineinhalb Stunden eine kleine Mahlzeit eingenommen hatte und unmittelbar danach wieder alles erbrach.


Weiterlesen: http://www.jako-o.at/wirbelwind/Artikel....html?&tx_ttnews[sViewPointer]=1


__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

21.02.2009 16:11 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



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Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
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Bericht über ein Hamburger Kinderschutzhaus Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Kein Bericht über eine Pflegefamilie sondern über ein Kinderschutzhaus

Wenn sie kommen, haben sie meist nichts dabei. Kein Schmusetier, kein Bilderbuch, oft keine passenden Schuhe. Viele sind hungrig und verstört. Im Hamburger Kinderschutzhaus am Südring werden Kinder bis zu sechs Jahren betreut, die zu Hause nicht sicher sind.

Das Hamburger Kinderschutzhaus am Südring liegt direkt am Stadtpark. Auf dem Klingelschild kann der Besucher zwischen drei Kindergruppen wählen - den Sonnenkindern, den Kleinen Strolchen und der Disney Family. Wie in einer Kita - nur dass hier die Tür verschlossen ist.

Erzieherin Vera betreut die Sonnenkinder im ersten Stock. Hier sieht es aus wie in einer privaten Wohnung - mit Küche, Esszimmer, Bad und drei Kinderzimmern. Gelbe Schmetterlinge und bunte Blumen hängen an der Decke, von der Wand grinst freundlich ein Krokodil. Daneben: ein Bilderrahmen mit Fotos und Namen der Kinder. Alle sechs Plätze der Gruppe sind belegt, ein siebter Notplatz ist für ein Baby eingerichtet worden, das vor zwei Tagen gekommen ist.

Es ist zwölf Uhr, Vera ist gerade zum Dienst erschienen. Die Zwillinge Lukas und Paul, 14 Monate alt, runde Lockenköpfe, haben sich auf krummen Beinchen an ihre Fersen geheftet. Die kleine Anna mit den riesengroßen braunen Augen interessiert sich gerade für die rote Messschale, mit der man die Schuhgröße bestimmen kann. Sie ist drei Jahre alt.

"Also wenn man ne Zwölf-Stunden-Schicht zu Ende hat und sie ist die ganze Zeit hinter einem hergelaufen und wiederholt, was man gesagt hat - dann weiß man auch, was man gemacht hat."

Annas Bruder Simon schaut stumm zu, ein Bonbon im Mund. Der etwas pummelige Vierjährige kann noch nicht sprechen und verständigt sich durch unartikulierte Laute - wie ein eineinhalbjähriges Kind.

Simon reagiert prompt: im Laufschritt eilt er zur Küche und kehrt mit zwei Süßigkeiten zurück - gefolgt von Erzieherin Sabine, die heute Tagesdienst hat. Statt die Bonbons Vera zu reichen, beginnt er, die goldenen Papierchen aufzuwickeln.

"Packt er mir den aus … - hast Du Dir denn auch die Hände gewaschen? Hast du, ne?"
"Natürlich haben wir die Hände gewaschen."


Als Simon die Schokoladenbonbons sieht, zögert er einen kurzen Moment. Dann steckt er sich die Süßigkeiten blitzschnell in den Mund - und reicht Vera das leere Papier.

"Nee."
"Oh, nee."


Die Erzieherinnen müssen sich das Lachen verkneifen. Simon läuft weg - er schämt sich. Vera muss ihn trösten.

"Das ist ne Sache von …Er ist eigentlich ein ganz herzlicher Mensch, aber der hat dieses Teilen nie gelernt. Und vor allem hat er so wenig gehabt, dass ihm das wirklich Qual bedeutet, was abzugeben."


Als er kam, sah Simon noch pummeliger aus als jetzt. Weil er seiner Mutter weggelaufen ist, hat sie ihn nicht mehr mit nach draußen genommen - er hatte keine passenden Schuhe. Spielplätze kannte er nicht. Die Erzieherinnen vermuten außerdem, dass er sehr unregelmäßig zu essen bekommen hat - und dann vor allem Süßes. Die Mutter sagt, er habe nichts anderes gewollt.

"Ein Kind, das Hunger und Durst gelitten hat, das gibt nicht ab. Die Anfänge mit ihm waren für uns ganz schrecklich anzusehen, … weil er gebunkert hat, er hat sich Spielsachen zusammengesammelt und hat sie alle in ein Gitterbett geworfen - Decke rüber, versteckt, Essen - er hat gegessen wie so'n kleines Tierchen, alles wollte er haben, und er hatte den Mund voll und er hatte den Teller voll, dann wollte er trotzdem noch was haben und es passte nicht auf den Teller, dann konnte man ihm das nicht auf den Teller legen, weil das ja übergelaufen wäre, dann hat er geschrien, weil er das nicht haben durfte - also es waren ganz viele Sachen, die wir ihm beibringen mussten."
"Mit dem Bonbon-Abgeben jetzt das Geringste."


24 Stunden lang wird Vera nun im Dienst sein - tagsüber unterstützt von Sabine, nachts allein mit den sieben Kindern. Die Erzieherin ist eine große Frau, die resolut und warmherzig wirkt. Als sie das Baby aus der Wippe nimmt, um ihm eine Milchflasche zu geben, liegt es wie ein kleines Tierchen versunken in ihren Armen. Vera heißt eigentlich nicht Vera. Aber ihren richtigen Namen will sie lieber nicht im Radio hören. Man weiß nie, wie die Eltern der Kinder reagieren, sagt sie. Es hat schon Drohanrufe gegeben.

Zum Reden bleibt jetzt wenig Zeit. Vera und ihre Kolleginnen müssen trösten, ermahnen, eine Windel wechseln - und zwischendurch klären, ob ein Arztbesuch fällig ist. Aus dem Zimmer von Maria und Luise sind Stimmen zu hören; die beiden Zweijährigen sollen eigentlich Mittagsschlaf halten.

"Jetzt ist aber gleich Schluss. Ich komm gleich schimpfen. Hinlegen, bitte. Es wird jetzt geschlafen. Die halten sich gegenseitig wach - die sind Freundinnen weil sie in einem Zimmer liegen."

Einen Moment Ruhe gibt es erst bei der Übergabe in dem winzigen Büro. Vera greift zur Kaffeetasse und lässt sich auf einen Hocker sinken - ihre junge Kollegin Nicole setzt sich mit einer dicken Kladde ihr gegenüber. Sie ist am Ende ihrer 24-Stunden-Schicht.

Nicole ist 24 Jahre alt und arbeitet seit zwei Jahren im Kinderschutzhaus. Vera ist 46 und schon seit 25 Jahren hier; als sie angefangen hat, hieß das Haus noch Kinderheim - das war Mitte der 90er-Jahre. Heute soll das Leben im Kinderschutzhaus dem normalen Familienleben ähneln; die Kinder sind nur vorübergehend hier - bis geklärt wird, wie es weitergeht: ob sie zu Pflegeeltern kommen, adoptiert werden oder zurückgehen in ihre Familien. Das kann wenige Tage, Wochen oder Monate dauern - in Ausnahmefällen auch Jahre.

"Ja, gestern war Besuchszeit. Der Papa von Karlotta war da …"

Rund zwei Drittel der Kinder gehen zurück zu den Eltern. Zumindest auf Zeit. Auf der weißen Tafel an der Wand ist nachzulesen, wie die Elternbesuche geregelt sind: Jedes Kind ist mit seiner Bezugsperson aufgeführt. Vater! Steht da mit Ausrufungszeichen neben dem Namen eines Kindes. Und dahinter: Haus, Garten. Nicht alle Eltern dürfen das Gelände mit ihren Kindern verlassen.

Die Übergabe ist beendet. Vera hat heute einen leichten Start: Es gibt keine besonderen Aufträge, keine Aufnahme. Den anstehenden Bericht über eines der Kinder wird sie abends schreiben, der volle Wäschekorb im Flur kann noch warten. Eine Kollegin macht sich fürs Einkaufen fertig, sie will Kleidung besorgen für die Kinder und nimmt Anna mit. Simon braucht neue Schuhe, soll aber zu Hause bleiben. Vera holt ihn zum Füße-Messen.

Ein Blick durchs Fenster. Hinter dem Haus erstreckt sich ein weitläufiges Gelände mit alten Bäumen, Sandkasten und Spielgeräten. Ein Kinderparadies - umgeben von einem hohen Zaun. Vorne, auf dem bunten Karussell, sitzen ein Mann und eine Frau. Gut gekleidet, mittleres Alter. Vor ihnen stehen zwei Jungen - Zwillinge, gut drei Jahre alt. Der Mann lächelt, er spricht mit den Jungen. Die Frau sitzt schweigend daneben. Ein paar Momente später sitzt einer der Jungen bei dem Mann auf dem Schoß. Ein paar Schritte abseits steht eine Erzieherin und sieht den vieren zu. Das war ein Kennenlerntreffen zwischen zwei Jungen und ihren potenziellen Pflegeeltern, erklärt mir anschließend Bianca, die Erzieherin aus dem Garten, die im Erdgeschoss bei den Disneys arbeitet. Es war die zweite Begegnung.

"Wenn Pflegeeltern kommen …das nennt man Anbahnung, genau. … bei den beiden - ist das so, weil die sich ja selber haben, fällt das denen leichter Kontakt aufzunehmen als wenn ein Einzelkind Pflegeeltern kennenlernt. …Und dann kann man auch Abstand halten und von weitem n bisschen gucken. Sonst ist man halt näher dran. Und beobachtet das ganz dicht. Ist gleich übergesprungen der Funke. Merkt man sofort an den Kindern."

Die Zwillinge leben schon seit zwei Jahren im Kinderschutzhaus, erzählt Bianca. Ihr Vater hat lange um sie gekämpft. Die Erzieherin kennt die beiden von Anfang an.

"Ja - ich hab sie aufgenommen. Das weiß ich noch. Sind mit eineinhalb gekommen. Und der eine ist in die Richtung gelaufen und der andere in die Richtung und ich wusste gar nicht, wo ich hinlaufen sollte. Und das waren schon ganz schöne Rocker mit eineinhalb, ja."

Dem Tag des Abschieds sieht Bianca mit gemischten Gefühlen entgegen.

"Auf jeden Fall. Ich freu mich, dass die ein Zuhause gefunden haben und ich bin auch ganz erleichtert. Aber ich möchte an dem Tag keinen Dienst haben - ich komme. Zur Verabschiedung. - Ich könnte an dem Tag keinen Dienst weiter machen, ne. Das ist schon sehr emotional. Weil wenn man Kinder zwei Jahre begleitet. Der Zahn kommt durch. Das erste Wehwehchen. Ne Beule am Kopf. Und man kühlt und man hält das Bäuchlein in der Nacht. Ja, - das ist ne sehr lange Zeit."

Bis die Zwillinge dann tatsächlich zu ihren Pflegeeltern umziehen, kann es noch Wochen oder Monate dauern. Die Kinder geben das Tempo an.

"Am Anfang machen wir das immer so, dass die Eltern die Kinder hier kennenlernen, weil die Kinder sich hier sicher fühlen. Manchmal haben wir dann so Tricks, dann geben wir unser Schlüsselbund mit. Ich sag: pass auf das Schlüsselbund schön auf, ich möchte das wiederhaben. Dann wissen die: ah ja, alles klar, die braucht den Schlüssel, ne, und dann gehen sie auch und geben dann ganz stolz den Schlüssel wieder. …Und - dann gibt's Tagesbeurlaubungen. Und dann wird's irgendwann ne Übernachtung. Und irgendwann sagen die Kinder: Ne, ich möchte nicht mehr hier sein, ich möchte zu meinem neuen Zuhause. Und dann ist es soweit."

Es ist ein sonniger Nachmittag. Im Garten bietet sich ein idyllischer Anblick: Kinder, die in der Sonne spielen. Die wippen, rutschen oder mit dem Bobby-Car durch die Gegend sausen. Die blonde Maria kommt angelaufen, beginnt sofort neugierig mein Mikrophon zu betasten. Dann setzt sie sich vertrauensvoll auf meinen Schoß. Simon, mit neuen Turnschuhen, hat sich zu zwei anderen Kindern auf eine Dreierwippe gesetzt. Die Kinder wollen ihn runterschubsen, eine Erzieherin greift ein. In seiner Unbeholfenheit wirkt der pummelige Vierjährige wie ein zu groß geratenes Kleinkind. Er trägt immer noch Windeln.

"Tatsache ist, dass er die elementarsten Dinge - Allgemeinkommunikation - Sprache, Mimik, Gestik, das hat er überhaupt nicht beherrscht. - Kontakte mit anderen Kindern waren ihm völlig fremd. Er hat jetzt erst die letzte Zeit angefangen, mit anderen Kindern zu spielen. Er hat die erste Zeit sich nur abgesondert. Dieses ganze Drumherum - der große, schöne Garten, das Zusammenleben, die Ansprache, das hat ihn teilweise so überfordert, dass er nur geschrien hat. - Der hat hier Fahrrad fahren gelernt. Der hat hier so einiges gelernt. Jetzt hören wir ihn gerade. Lass mich in Ruhe hat er noch nicht gelernt, da kreischt er dann lieber."

Hinten, auf dem asphaltierten Platz, versucht Lukas, der Zwilling mit dem runden Lockenkopf, einen roten Traktor zu erklimmen; das Fahrzeug ist doppelt so groß ist wie er selbst. Als er ins Kinderschutzhaus kam, war er ein anderes Kind, sagt Vera.

"Der Kleine war acht Monate alt, apathisch, antriebslos, normalerweise können die sich ja schon auf den Bauch drehen und umgekehrt, konnte er alles nicht, er hat nur auf dem Rücken gelegen. Ganz platten Hinterkopf gehabt. Uns allen Klar: ein Kind, das überhaupt keine Ansprache hatte. Sondern die meiste Zeit seines frühen Lebens im Bett verbracht hat - das können wir so ganz gut einschätzen."

Oft wissen die Erzieherinnen wenig über die Vorgeschichte der Kinder. Doch sie haben gelernt, vieles an ihrem Zustand abzulesen. Zum Beispiel, dass ein Kind völlig isoliert gelebt hat.

"Das merken wir daran, dass die Kinder einen Blick ins Leere haben, dass sie keinen Blickkontakt aufnehmen, dass sie in ihrer motorischen Entwicklung weit zurück sind, dass sie Bedürfnisse nicht in Form von Schreien oder Weinen anmelden - sondern einfach nur daliegen und oft eben in die Leere blicken. Ja, - das Kind ist jetzt vier Monate hier - da hat sich einiges getan. er nimmt Kontakt auf. Er lautiert, versucht viel mit Sprache zu machen - … - für dieses Kind ist das ein gewaltiger Fortschritt, denn im Prinzip muss er all das, was Kinder, die behütet und umsorgt und mit der passenden Förderung aufwachsen, in dem Alter schon können - das muss er sich jetzt im nachhinein erarbeiten - und ist dabei und wir sind alle ganz froh und alle ganz stolz, dass das eben jetzt seine Anfänge nimmt."


Ein Kind, das fast nur in seinem Bett gelegen hat - das ist für Vera kein ungewöhnlicher Fall.

"Bei dem einen Kind sind es eben die Misshandlungen, die im Vordergrund stehen, die körperlichen Misshandlungen, in diesem Fall war es eben die seelische Misshandlung, in der Form dass eben die Eltern keine Bindung und keine Zuneigung angeboten haben - aber das ist eher unser Alltag."

Manchmal muss aber auch Vera um Fassung ringen. Trotz ihrer langen Berufserfahrung.

"Was mich am meisten berührt, wenn es um sexuellen Missbrauch geht oder auch um Misshandlung, die so stark ist, dass sie das Kind also wirklich in lebensbedrohliche Situationen bringt. Das ist also manchmal nicht auszuhalten, aber ich schaffe eben, das auszuhalten und meinen professionellen Weg zu finden. Also wir haben Kinder aufgenommen, die sozusagen zwei Stunden später tot gewesen wären, weil sie einfach keine Nahrung von ihren Eltern bekommen haben, weil die Eltern feiern waren - da waren Säuglinge unter, wir haben Kinder aufgenommen, die hatten unterblutete Augen, also da war das Weiße vollkommen rot, weil durch die Misshandlungen einfach die Äderchen geplatzt sind - tja. Die werden dann eben in Obhut genommen und eben hier zu uns gebracht."

Und trotzdem: den Erzieherinnen kommt kein böses Wort über die Lippen, wenn es um die Eltern geht. Akzeptierende Elternarbeit - so heißt die Leitlinie des Hauses. Die Situation ist heikel: Die Eltern sind selten damit einverstanden, dass ihnen die Kinder für eine Zeit genommen werden. Aber sie sollen in die Arbeit eingebunden werden. Man merkt: die Erzieherinnen sind entsprechend geschult, Veras Antworten zum Thema Elternarbeit kommen wie aus der Pistole geschossen.

"Tatsache ist, dass Kinder - auch Eltern, die sie misshandeln oder hungern lassen oder darben lassen. Auch diese Eltern lieben, weil sie nichts anderes kennen. Und es ist unheimlich wichtig, dass man in dieser Arbeit als Betreuender die Eltern akzeptiert. Weil die Kinder immer Loyalität zu ihren Eltern haben werden und diese auch behalten müssen, damit sie ihre Identität entwickeln können. Deswegen ist es wichtig, dass versucht wird, Möglichkeiten zu suchen, die es Kindern und Eltern ermöglicht, weiterhin zusammenzuleben. Weil eine Fremdplatzierung für die Kinder wieder viel Arbeit bedeutet im Hinblick auf Bindung herstellen und Beziehung knüpfen."

Aber die Betreuer müssen sich und die Kinder auch schützen. Manche Eltern sind aggressiv, sie randalieren vor der Tür. Der hohe Zaun um den Garten ist nicht für die Kinder gedacht; er soll verhindern, dass ungewünschte Besucher ins Haus gelangen.

"Und es gibt Eltern, die relativ erbost darüber sind, dass ihnen die Kinder weggenommen werden, weil sie sich keiner Schuld bewusst sind. Und je nach dem, wie die gestrickt sind, kann es auch hier und da mal Aggressionen geben. Das hat man sich so vorzustellen, dass Eltern vor der Tür stehen und randalieren. Und wollen, dass wir sie reinlassen. Das tun wir natürlich nicht, weil abends ab 20 Uhr sind wir sozusagen privat mit den Kindern. Uund lassen nicht gerade Eltern rein, die aufgeregt sind."

Beate spielt gerade Flugzeug und wirbelt ein Kind an den Händen durch die Luft: erst eins, dann wollen alle. Wenn man die Kleinen so sieht, sehen sie wie fröhliche Kita-Kinder aus. Dass sie keine glückliche Kindheit haben, sieht man erst auf den zweiten Blick. Mir fällt die zweijährige Luise auf, ein dunkelhäutiges Mädchen, das wenig spricht und selten lacht. Sie wirkt ein wenig unsicher, wenn sie sich bewegt. Und dann ist da der auffällig blasse Junge, etwa vier Jahre alt. Er sitzt die ganze Zeit still vor der Terrasse, mit leerem Gesichtsausdruck. Michel, so erfahre ich, ist neu im Kinderschutzhaus. Eine schlimme Geschichte, sagt Vera.

"Die Mutter hat ihn abgegeben. Weil er seine Mutter tritt. Er sagt zu ihr: Du alte Fickikuh. Und er ist noch nicht so alt. Und es ist oft so, dass Kinder von Müttern, die drogenkrank sind, Verantwortung für die Mütter übernehmen. Es gibt aber auch Kinder, die werden wütend. Die schlagen ihre Mutter und treten ihre Mutter - und vielleicht ist es so, dass er denkt er ist hier, weil er böse ist."

Ich habe Hunger - sagt Michel plötzlich. Das Mittagessen ist noch nicht lang vorbei. Geh zu Beate, sie gibt dir bestimmt was, ermuntert ihn Vera. Der Junge bleibt sitzen. Kurz darauf sehe ich ihn neben dem Kinderwagen stehen, in dem das Baby aus Veras Gruppe liegt. Als ich mich darüber beuge, hält er den Zeigefinger vor die Lippen. Das Baby schläft, ich soll leise sein.

"Sie sind nicht alle grün und blau geschlagen und sexuell missbraucht. Sie sind aber in einem erheblichen Maße emotional vernachlässigt und manchmal auch schlecht versorgt. Die haben ne graue Haut und kriegen hier innerhalb kürzester Zeit, weil sie viel an der frischen Luft sind, ordentlich gepflegt werden und Gemüse essen, nen anderen Teint. …Manche Kinder kommen und haben verdächtig kurze Haare. Dann weiß ich: die hatten gerade Läuse. Wenn sie dann auch noch so blass und ausgelutscht sind."

Sibylle Weidlich möchte die Kinder schützen. Auch vor der Presse. Nein, ich darf nicht dabei sein, wenn ein Kind kommt. Und auch nicht, wenn eins verabschiedet wird. Lieber erzählt sie mir am grauen Dienstbesprechungstisch vom Alltag im Kinderschutzhaus. Und von dem Auftrag, den sie und ihre Mitarbeiterinnen haben.

"Es geht um Normalität, Geborgenheit. Dieser verlässliche Alltag. Dass bestimmte Dinge verlässlich sind. Nachts schlafen wir, hier gibt's ausreichend zu essen, das ist eine Erfahrung, die manche Kinder erst machen müssen. Die essen auf Vorrat - das ist n bisschen ekelig dann zuzugucken. Muss man sie aber lernen lassen. Weil die haben so gehungert schon in ihrem kleinen Leben. Dass sie auf Vorrat essen. Über das Gefühl 'ich bin satt raus. - es gibt natürlich auch die anderen, die mit Essen ruhig gehalten wurden. Denen müssen wir beibringen, dass es auch noch andere schöne Dinge gibt im Leben außer Essen - regelmäßige Mahlzeiten. Schlafenszeiten - auch wenn Erzieherin A da ist oder Erzieherin B - ist der Tag in etwa gleich.
Der Auftrag den wir haben: Kindern einen gesicherten geborgenen Alltag zu geben. Zu gucken: wo ist Förderbedarf. Zu gucken: wo sind die Stärken des Kindes. Der Eltern. Die dem Kind nicht gut getan haben - aber sie sind die Eltern. Die meisten der Kinder gehen zurück. Was kann man unterstützen. Was geht gar nicht.
Manche Kinder sind mehrfach hier und gehen beim dritten Mal - wir sagen auch nicht auf Wiedersehen, sondern tschüß - weil wir sie ja eigentlich nicht wieder sehen möchten. Höchstens mal als Gast."


"Ich kann nicht jeden Tag ergriffen sein" - sagt Simone Weidlich. Aber auch sie hat immer wieder Erlebnisse, die ihr nahegehen.

"Was mich immer wieder anfasst oder ergreift ist, wenn Kinder erst ganz kurz hier sind und so tun, als ob sie dazugehören. Und sich die erste Nacht ins Bett bringen lassen, als wenn sie hier schon siebten Mal geschlafen hätten. Das ist für mich immer ein Zeichen, das Kind kann es nicht gut gehabt haben - wenn es sofort akzeptiert, dass es hier ist. - Denn verständlich find ich, dass ein Kind hier nicht sein will und sagt: Wo ist meine Mama. Und uns zu verstehen gibt, dass es hier nicht schlafen möchte. Also wenn man hierher kommt am Nachmittag und der Aufforderungscharakter hier groß ist, das kann ich noch verstehen. Aber wenn man dann sagt: So- jetzt gehst du hier schlafen - sich das dann so gefallen lässt. Das finde ich schon ergreifend. Säuglinge, die aussehen wie Greise - die kein Unterfett im Gesicht haben, gar nichts. Das find ich schon sehr tragisch. Das sind so Momente, wo wir alle so um unsere Fassung kämpfen. Oder wenn Kinder erneut vernachlässigt aufgenommen werden, die wir hier schon mal aufgepäppelt haben und wo wir dachten, da ist jetzt eine Perspektive. Beziehungsweise die Kontrolle des Jugendamtes so installiert, dass da dem Kind nichts mehr passieren kann. Das ist schon besonders bitter."

Sibylle Weidlich nimmt es genau mit ihrer Arbeit. Sie legt Wert darauf, dass die Kinder einen guten Sonnenschutz haben, dass die Kleinen nicht zu viel Obst essen, dass sie keine Bewegungen machen, die schädlich sind für die Gelenke. Dass jedes Kind eine Spieluhr zur Begrüßung bekommt und ein schönes Geschenk zum Geburtstag. Sie weiß alles über Lausbekämpfung und erklärt, dass man befallene Stofftiere am besten ins Gefrierfach legt. Und dann zeigt sie Fotos von den Kindern - wie eine stolze Tante von ihren Neffen und Nichten. Dass manchmal Eltern vor der Tür randalieren - dafür hat Sibylle Weidlich Verständnis.

"Ich kann das emotional schon nachvollziehen, dass Eltern, die ihre Kinder aus dem Kindergarten abholen wollen und die dann mitgeteilt bekommen, ihre Kinder sind schon vom Jugendamt abgeholt worden, die befinden sich jetzt im Südring - da kann ich schon nachvollziehen, dass die hier empört vor der Tür stehen. Das kann ich mehr nachvollziehen als sich nicht zu melden oder sich am Telefon angetrunken zu melden. Deswegen lass ich die nicht unbedingt in der Situation rein. Aber ich erleb solche Eltern nicht zwangläufig als Bedrohung. Mich haben zum Beispiel mal drogenabhängige Eltern zutiefst angerührt, die hier abends mit dem Lieblingsspielzeug ihrer Kinder vor der Tür standen und wenn sie schon reingelassen werden, zumindest sicherstellen wollten, dass ihre Kinder diese Sachen bei sich haben. Die hat bekifft gestillt - das kann man doch auch nicht zulassen. Aber dann steht sie hier in ihrem Hippie-Outfit vor der Tür und bringt ihrer Tochter den Puppenwagen. Kann man sie doch nur für drücken."

Und dann muss Frau Weidlich ans Telefon. Es geht um ein Kind, das möglicherweise misshandelt worden ist.

"Das ist jetzt ne Anfrage von einem einjährigen Kind, wo den Betreuern im Tagesheim aufgefallen ist, dass sie blaue Flecken hat. Und schon wiederholt und teilweise sagen auch die Nachbarn, dass sie nachts alleine ist und jetzt sind sie auf dem Weg ins Kompetenz-Zentrum - von der Gerichtsmedizin, um feststellen zu lassen, ob das Kind ernsthaft misshandelt ist oder ob das blaue Flecken sind, die sich ein Einjähriges holt, weil es noch 'n bisschen töffelig ist. Und dann bringen sie es hier her und teilen der Mutter mit, dass das so ist. Und dann guckt man weiter."

Am Abend, gegen 19 Uhr. Vera hat jetzt keine Zeit mehr für Gespräche. Die Kleinen müssen ins Bett. Nach dem Abendbrot folge ich ihr nach oben ins Badezimmer, wo alle Kinder noch einmal kurz in die Wanne kommen. Sand abwaschen.

Luise, das ernste kleine Mädchen, sitzt als erste in der Wanne - und bekommt anschließend eine Milchflasche in die Hand gedrückt. Ruckzuck hat die Erzieherin das kleine Mädchen in ihren Schlafsack gepackt und ins Gitterbettchen gehoben. Und dann kommt der Moment, an dem nach einem turbulenten Tag auf einmal spürbar wird: Hier müsste jetzt eigentlich eine Mama oder ein Papa sitzen.

Der nächste Morgen, gegen halb neun .Die Kinder sitzen auf bunten Hochstühlen um den Esszimmertisch, dazwischen Vera, die noch etwas still wirkt an diesem Morgen. Ihre Kollegin Nicole, die Tagesdienst hat, schmiert Toastbrote mit Marmelade. Die Kinder haben ihre Tischmanieren gelernt - auch Simon wartet geduldig auf das Zeichen zum Essensbeginn. Hinter uns schläft das Baby - vom Geräuschpegel unberührt - in seiner Wippe.

"Der Teller muss. Gut macht er das. Kann's losgehen? Piep Piep Piep, guten Appetit. Danke gleichfalls. Dann lasst euch das mal schmecken. Meinen Morgenmuffel n bisschen pflegen. Hast du ganz doll Durst gehabt und Hunger."

Draußen regnet es in Strömen. Heute ist Besuchstag. Pünktlich um zehn Uhr steht die Mutter der kleinen Maria in der Tür. Sie sieht aus wie Mitte 20. Lange blonde Haare, schüchtern. Barfuß kommt sie ins Esszimmer und setzt sich still neben ihre Tochter. Das Angebot, das Frühstück mit ins Zimmer zu nehmen, schlägt sie aus - ebenso die Socken, die Vera ihr anbietet.

"Wollen Sie nicht Ihre Schuhe anziehen? Morgen sind Sie doch krank. Das kann ich gar nicht mit ansehen."
"Nein, bin ich nicht. Geht so."


Maria, eben noch lebhaft, verstummt und dreht sich weg.

Etwas später erscheint auch die Mutter von Simon und Anna. Eine junge, hübsche Frau, gut gekleidet, große dunkle Augen wie ihre Kinder. Die braune Lederjacke lässt sie an: Sie will raus mit ihren Kindern, in die Eisdiele um die Ecke. Ihre Kinder begrüßen sie stürmisch. Kurz darauf kommt Simon in Straßenkleidung ins Zimmer gelaufen - stolz zeigt er auf seine neuen Turnschuhe. Der kleine, pummelige Junge, der keine passenden Schuhe für draußen hatte, als er ins Schutzhaus kam.

Für Vera und Nicole geht die Morgenroutine weiter. Während Vera den Frühstückstisch abdeckt und Paulas Mutter sich mit ihrer Tochter ins Zimmer zurückzieht, hat Nicole das Baby aus der Wippe genommen. Der kleine Lukas wirft sich daraufhin rücklings auf den Boden und fängt kläglich an zu schreien. Seinen kleinen Arm hat er in das Schutzgitter vor der Tür geschoben. Lukas ist eifersüchtig, Nicole ist seine Lieblingserzieherin.

"Gute Idee sich dazuzulegen. Dann hat er nicht den Kopf durchgesetzt aber du bist trotzdem bei ihm."

Nicole legt sich auf den Boden - direkt neben Lukas. Der guckt sie verdutzt an.

"Komm her. Guck mal wie er guckt. Hallo. Er ist total verunsichert jetzt. Man kann das schon mit ner Großfamilie vergleichen. Mit anderen Kindern teilen müssen und Strategien entwickeln, damit sie zum Zuge kommen. Die Überlebenskünstler sind Kinder so wie hier der Kleine, was kann ich machen, dass ich die Aufmerksamkeit meiner Lieblingserzieherin krieg - der weint dann oder wirft sich hin und weiß: Er kriegt dann Rettung. Eher nicht so schön ist es bei Kindern, die ganz still sind und sich zurückziehen. Das ist schon heftig. Weil man sich da immer wieder zusammenreißen muss, damit man auch den Kindern all das zukommen lässt, was sie brauchen."

Nicole hat sich bewusst für das Kinderschutzhaus entschieden. Weil man näher an den Kindern dran ist als etwa in einer Kita, wie sie sagt. So nah, dass es manchmal schwer fällt, die professionelle Distanz zu wahren.

"Ich glaub, das Kind, in das ich mich ganz doll verliebt hab - ein kleines Mädchen, drei Jahre alt - das war wirklich: komm her - und sie war da. Das war ne ganz enge Bindung. Die war wirklich in meinem Herzen und nicht nur davor. Da steuer ich gegen. Ich überleg dann zum Beispiel auch: Im Moment bade ich die Zwillinge nicht, da baut man ganz viel Nähe auf. Also versuch ich solche Sachen n bisschen abzugeben. Und dann nehme ich dafür eins der anderen Kinder."

"Unser pädagogischer Auftrag lautet, dass wir Beziehung anbieten, aber keine Bindung. In dem Moment, wo wir Bindung anbieten, wird es schwierig, wenn sie zu Pflegeeltern kommen. Und es kommen immer wieder Kinder, die es einem schwer machen. Und für die Kinder, die nah an einem dran sind, ist das ganz schrecklich, wenn man in Urlaub geht. Weil die ein zweites Mal verlassen werden."


Da ist er wieder, der Auftrag. Maria und ihre Mutter streifen gerade miteinander durch die Wohnung. Genauer gesagt: Die Mutter läuft hinter der Tochter her.

Maria ist ihr zweites Kind, erzählt die junge Frau. Die ältere Tochter lebt in einer Pflegefamilie. Maria wollte sie behalten. Aber sie wollte nicht in der Mutter-Kind-Einrichtung bleiben, in der sie zuletzt untergebracht war. Als der Sozialarbeiter die Tochter dann abholte, hat sie geweint und sich verkrochen. Wie es weitergeht, ist offen - was bleibt, ist die Besuchszeit. Marias Mutter kommt dreimal die Woche.

"Ich würde jetzt gerne Übergabe machen. Gestern Abend war relativ entspannt. Bei den Disneys Abendbrot gegessen. … Geschlafen haben alle toll. Lange. - Baby um halb eins gefüttert. Und dann um halb vier. Sonst war eigentlich nicht viel."

Zweimal in der Nacht aufstehen - das ist für Vera und ihre Kolleginnen Routine. Sie schlafen mit offener Tür, immer ein Ohr bei den Kindern - wie junge Eltern. Nur dass für sie diese Phase nie zu Ende geht. Kinder, die neu ins Schutzhaus kommen, haben oft Albträume, sie wachen schreiend auf. Dann halten die Betreuerinnen Nachtwache an ihrem Bett. Sie haben zwei Nachtdienste pro Woche - manchmal sind es auch drei.

"Von Maria die Mama ist da, die spielen im Zimmer. Maria hat am Anfang mucksch geguckt und war nicht gleich ganz warm - aber jetzt inzwischen beschäftigen die sich da ganz gut - gucken Bilderbücher an. Luise ist auch da im Zimmer. Baby hat kein Fieber heute. - Geh ich morgen zum Arzt. Chefin hat uns noch mal alles genau hingelegt."

Vera ist erschöpft. Die Anstrengung der letzten 24 Stunden ist ihr anzusehen.

"Ja, jetzt reicht 's. Jetzt geh ich zum Sport und dann geh ich auf meine Couch. Also wenn ich so 'n Dienst hinter mir hab, dann ist nicht mehr viel an Action. Weil wenn man rund um die Uhr im Dienst ist und ständig n Ohr auf die Kinder hat, dann ist man ausgelaugt, dann braucht man Ruhe."

Ein Job, der mit Familie nur schwer zu vereinbaren ist. Sie ist geschieden, erzählt Vera, für die Beziehung blieb neben Kindererziehung und Arbeit zu wenig Zeit.

"Dieser Schichtdienst an sich macht einsam. Weil man eben Freundschaften nicht so pflegen kann. Für Menschen, die im Leben stehen.- Ich hab n relativ kleinen Freundeskreis. Für die jungen Kollegen wenn die sich so engagiert aufreiben. Und dann fokussiert sich das Leben auf diese Arbeit hier und suggeriert so 'n bisschen n Gefühl von Zuhause. Von Familie. Und dann muss man gucken, dass man da den Absprung findet. Das ist ne ganz gefährliche Sache. Gerade für junge Leute. Weil es eben auch sehr erfüllend ist. Man hat ständig Trubel, man hat ständig Leute, mit denen man auch kommunizieren muss. Aber es ersetzt kein Privatleben. - Es gibt auch Kollegen, die schon länger hier arbeiten, die schon längst Feierabend haben, die aber noch zwei drei Stunden länger hier rumlaufen, weil die so tief bewegt oder so eng an den Kindern sind, dass sie nicht sagen können: Ich geh jetzt und geb die Verantwortung ab."

Vera gibt die Verantwortung ab. Sie packt ihre Sachen zusammen und verlässt das rote Backsteinhaus. Nicole ist jetzt am Anfang ihrer Schicht. Vor ihr und den Kindern liegt ein langer, verregneter Sonnabend-Nachmittag.

Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/921285/



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Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

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Die Mutter Margret Huth Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen


Die Mutter Margret Huth
„Eigentlich passt noch einer“


Neuss (hbm) In die Zeitung? Ach, sie weiß nicht so recht ... Elf Kinder aufziehen, dazu noch drei Pflegekinder - das doch nichts Besonderes ... Nichts Besonderes? Für Margret Huth wirklich nicht. 23 Jahre war sie alt, als das erste Kind geboren wurde, doch obwohl für sie wie auch für ihren Mann Peter immer klar war, dass sie eine große Familie haben wollten, hatten sie nicht unbedingt an eine komplette Fußballmannschaft gedacht. „Auf eine Stückzahl haben wir uns nicht festgelegt“, sagt sie lachend, aber irgendwie hieß es nach jedem Sprößling: „Eigentlich passt noch einer.“


Vielleicht lässt sich der große Kindersegen - den die Huths übrigens wahrlich als solchen empfinden - auch damit erklären, dass die junge Margret gerne Erzieherin werden wollte. „Aber die Eltern haben mich ins Büro gesteckt“, erzählt sie lakonisch. Es war halt so, damals in den 50er Jahren, da konnte ein junges Mädchen seinen Lebensweg nicht allein bestimmen.

Per Zufall hat sie dann Peter Huth kennen gelernt, und spätestens da war sie ganz in Neuss angekommen, wo sie doch eigentlich nur hingezogen war, „weil ich musste“. Aus den Niederlanden kam sie mit ihren Eltern und Geschwistern, hatte gerade die mittlere Reife abgeschlossen, wäre gerne noch weiter zur Schule gegangen.

Doch es liegt nicht in der Natur von Margret Huth, wehmütig zurückzublicken. Lieber schaut sie beherzt auf das, was das Leben gerade verlangt. Elf Kinder in 16 Jahren - hat die Arbeit sie denn nicht manchmal aufgefressen? „Nein, sie waren ja nicht alle gleichzeitig klein“, konstatiert sie trocken, zudem sind die Kinder so erzogen, dass es für die Großen selbstverständlich war, den Kleineren zu helfen. Und es gab feste Regeln im Haus Huth. Die erste lautete: „Keinen Zank unten vor dem Frühstück!“ Streit vor dem ersten Kaffee des Tages - „das hätte ich nicht ertragen“.

Warum sie aber drei Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes (1973) auch noch ein Pflegekind aufnahm - tja, da muss Margret Huth einen Moment überlegen. Die Freundin war’s; sie betreute ein Pflegekind, und so kam auch Margret Huth auf die Idee. „Später hat man dann wohl beim Jugendamt gedacht, da passen noch mehr rein“, sagt sie. Also kamen dann noch zwei dazu, die im Huth’schen Haus groß wurden.

Die Frage „Und wo bleib ich?“ habe sie sich nie gestellt, sagt die 71-Jährige überzeugend und pariert den Begriff „Selbstverwirklichung“ verschmitzt lachend mit der Feststellung: „Ich finde, ich habe mich ganz gut verwirklicht.“

Gleichwohl weiß sie es zu schätzen, dass sie mit ihren Kinder auch Glück gehabt hat: „Alle sind gesund“, sagt sie, und längst haben einige ihre eigene Familie und dem Ehepaar „16 oder sind es 17?“ Enkelkinder beschert. Drei wohnen wieder mit im Haus, denn die obere Etage, die einst das Reich der Kinder war, wird heute von einer Tochter und deren Familie bewohnt, und dafür wurde gar der Pflaumenbaum im Garten gegen ein Klettergerüst getauscht. Ohne Kinderstimmen, so scheint es, würde Margret und Peter Huth im Leben etwas fehlen.

Quelle: http://www.ngz-online.de/public/article....noch-einer.html


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Silvia



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Wie die Baders Großfamilie wurden Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Wie die Baders Großfamilie wurden

Zwei leiblichen Kindern folgten drei Pflegekinder – seitdem ist alles ein bisschen größer

Heike Bader erzählt von ihrer Familie, von ihrem Mann Andreas und von Elias*. Sie erzählt von dem, was die Leute sagen: „Der Elias sieht seinem Vater so ähnlich. Die Haare, die Augen ...“ Zwischendrin lächelt sie ungläubig. Die Ähnlichkeiten dürfte es so nicht geben, denn im biologischen Sinne haben Vater und Sohn nichts miteinander zu tun. Elias kam im Jahr 2000 als Pflegekind in die Familie. Zehn Monate war er damals alt. Mittlerweile sind die Baders eine XXL-Familie: zwei leibliche Töchter, Elias, Till* und Helena*. Till ist drei, Helena wird demnächst zwei. Die beiden sind Geschwister – die Baders ihre Pflegeeltern.

„Mein Mann wollte immer eine Fußballmannschaft.“ Die beiden Mädchen kamen zur Welt. Heike Bader konnte später keine Kinder mehr bekommen. Irgendwann las das Ehepaar in der Zeitung, dass das Jugendamt Pflegeeltern sucht. Sie überlegten, diskutierten, wogen ab – und bewarben sich. Das war 1997. Drei Jahre vergingen, das Jugendamt prüft genau. Die Mitarbeiter sahen sich das persönliche Wohnumfeld an, führten Gespräche. Die Baders mussten ärztliche Atteste und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, besuchten Seminare. „Wir suchen die Familien für die Kinder aus, überlegen, welches Kind in welche Familie passt“, sagt Bernd Scheumann, Leiter des Jugendamtes Wartburgkreis. Zurzeit sind dort etwa 50 Pflegeeltern registriert. Eine Checkliste oder ein Raster gebe es für deren Auswahl nicht. Es komme vor allem auf die Motivation an und über die erfahre man nur etwas in Gesprächen. Manche Pflegeeltern seien bereit, ein Kind für kurze Zeit aufzunehmen. Andere wollen Kindern ein Zuhause geben. „Wenn man ein Kind hat, bekommt man eine ganze Menge zurück – viel Freude und Dankbarkeit.“

Pflegeeltern kümmern sich um Kinder, die nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können – aus welchen Gründen auch immer. Sei es, weil sie krank, weil sie überfordert oder gewalttätig sind. Wie lange Kinder in Pflegefamilien leben, muss im Einzelfall entschieden werden. Rückkehroptionen zu prüfen, dazu ist das Jugendamt gesetzlich verpflichtet. Manchmal kehren sie nach wenigen Tagen oder Wochen zurück, andere Kinder – wie Elias, Till und Helena – werden bis zur Volljährigkeit von Pflegeeltern betreut. Früher, erzählt Bernd Scheumann, hätten die Pflegeeltern kaum Rechte gehabt. Heute wisse man, dass die Bindung stärker wird, je länger ein Kind in einer Familie lebt. Das heißt, Pflegeeltern können mitunter wichtiger sein als die biologischen Eltern. Kehren Kinder zurück zu ihren leiblichen Eltern, wird es behutsam vorbereitet. Die Rückführungsphase dauere manchmal länger als die Anbahnungsphase.

Heike Bader war allein zu Hause, als ihr Elias gebracht wurde. „Unser Elias“, sagt sie, „war ein ruhiges Kind“, habe nicht gefremdelt. „Er passte einfach rein.“ Die Baders lernten Elias“ leibliche Mutter kennen. 14 Tage nachdem das Kind in die neue Familie gekommen war, brachte sie seine Sachen vorbei, sagte, sie schaffe es nicht mehr. Seither gibt es keinen Kontakt. Der leibliche Vater meldete sich bis vor zwei Jahren. Mittlerweile hat er eine neue Familie und offenbar kein Interesse mehr an seinem Kind. Elias fragt nach seinem Vater, die Baders vertrösten ihn.

Sechs Jahre nach Elias kam Till. Das Wohl des Kindes war bei seinen leiblichen Eltern gefährdet. Das Jugendamt musste reagieren, nahm das Kind aus der Familie und gab es in die Obhut einer Kurzzeitpflegefamilie. Aber für Till musste eine langfristige Bleibe gefunden werden. Das Jugendamt suchte nach geeigneten Eltern und fand die Baders, die sich bereiterklärten, den Säugling aufzunehmen. Behutsam erfolgte der Übergang, die Baders besuchten Till in der Kurzzeitpflegefamilie. Die besuchte mit Till die Baders, bis es im Dezember 2006 so weit war. Mit zehn Monaten bekam der Kleine neue Eltern. Die beiden Pflegefamilien haben immer noch Kontakt.

Als Heike Bader erfuhr, dass Tills Mutter wieder schwanger ist, aber später vermutlich auch nicht in der Lage sein wird, ein Kind großzuziehen, kam sie ins Grübeln. Sollten sie auch Tills Geschwisterchen aufnehmen? Könnten sie ihren anderen Kindern dann noch genügend Zuwendung geben – die Elias in besonderem Maße benötigt. Zu diesem Zeitpunkt war bei ihm bereits ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom diagnostiziert worden. „Wir haben viele Abende gesprochen.“ Die Mitarbeiter des Jugendamtes haben ähnliche Überlegungen angestellt. Ist der Familie noch ein Kind zuzumuten oder leiden dann vielleicht die anderen? Sollte man die Geschwister trennen oder es ihnen ermöglichen, zusammen aufzuwachsen? Sie entschieden sich für Letzteres. Im Mai 2007 kam Helena, gerade eineinhalb Wochen alt. Die Baders trauten sich Kind Nummer 5 auch deshalb zu, weil sie wussten, sie werden unterstützt. „Wenn ich irgendein Problem habe, wird mir sofort jemand zur Seite gestellt.“ Das Verhältnis zu den Mitarbeitern des Jugendamtes, die die Familie regelmäßig besuchen und beraten, gehe über das Dienstliche hinaus. Wenn Elias Zeugnisse bekommt, ruft er auch schon mal beim Jugendamt an, um stolz über seine Noten zu berichten. Hilfreich seien auch die Seminare, die für Pflegeeltern angeboten werden, bei denen man sich nicht nur untereinander austauschen kann, sondern auch Rat in Erziehungsfragen oder zum Umgang mit Kindern, die beispielsweise traumatische Erlebnisse hatten, bekommt. Die familiären Hintergründe ihrer Pflegekinder kennen die Baders. „Wir spielen mit offenen Karten“, betont Bernd Scheumann. In jeder Hinsicht. „Wir sagen immer: Überlegt es euch genau. Es wird schwierig.“ Nicht ohne Grund seien Kinder, die bei Pflegeeltern aufwachsen, aus ihren Familien geholt worden. Dass die Kinder häufig Probleme haben, müsse man wissen. Sie werden von Selbstzweifeln geplagt, befinden sich in einem Loyalitätskonflikt. Die Baders kennen das. „Die Kinder bringen alle ihre Päckchen mit.“ Umso wichtiger sei es für sie, einen geregelten Tag – Rituale – zu haben: Gemeinsame Mahlzeiten, der Sandmann vorm Insbettgehen. Mutter von fünf Kindern zu sein ist ein 24-Stunden-Job. Ihre Arbeit hat Heike Bader aufgegeben. Eine große Familie funktioniere nur, wenn alle mitzögen. Während der Woche steht sie nachts auf, um Helena zu versorgen, am Wochenende ihr Mann. Wenn sie mit einem Kind oder mit mehreren unterwegs ist, kümmert er sich auch mal um den Haushalt.

Eine Umstellung sei die Vergrößerung von der Durchschnitts- zur Großfamilie gewesen. Aber sie könne sich nicht mehr vorstellen, eines der Kinder herzugeben. „Es sind unsere Kinder.“ Unterschiede werden nicht gemacht, wenn es Geschenke gibt, dann im selben Wert für alle. Daran halte sich auch die Verwandtschaft. Unterschiede, weiß Jugendamtsleiter Scheumann aus Erfahrung, macht meist das Umfeld, nicht die Familie selbst.

Was sich verändert hat, seit die Baders Zuwachs bekommen haben? „Die Töpfe sind größer geworden“, erzählt Mutter Bader lachend. Und: „Wir haben kräftig ausgebaut.“

Ein eigenes Zimmer für jedes Kind. Der Garten sieht aus wie ein großer Spielplatz mit Häuschen, Rutsche, Wippe, Trampolin und Bassin im Sommer. Die Blicke und das Gerede der Leute – Tenor: bei denen zahlt doch eh alles das Jugendamt – nimmt die Familie mit Humor. „Da muss man drüberstehen.“ Die Baders bekommen, wie die anderen Pflegeeltern, einen monatlichen Betrag als Zuschuss für Bekleidung, Wohnung, Essen, Taschengeld etc. und einen Erziehungsbetrag. Das Jugendamt übernimmt die Kita-Gebühren und zahlt bei Sonderaufwendungen wie Urlaub oder Konfirmationsfeiern einen Betrag zu. „Reich wird man damit nicht“, sagt Heike Bader.

In die Erziehung der Pflegekinder ist das Jugendamt eingebunden. Einmal im Halbjahr werden Gespräche mit allen Beteiligten geführt. Dazu gehören die Mitarbeiter des Amtes, die Pflegeeltern, die Kinder und in der Regel die leiblichen Eltern. In diesen Gesprächen werden Fortschritte benannt, Zukunftsziele vereinbart, aber auch Fragen, wie die nach der Religionszugehörigkeit, geklärt.

Heike Baders Mann ist von der Idee der Fußballmannschaft abgerückt, „Kleinfeld reicht“, was aber nicht bedeutet, dass sich die Familie gegen ein neues Mitglied sperrt. „Ein Kind im Rahmen einer Kurzzeitpflege für vier bis sechs Wochen aufzunehmen, dazu bin ich sofort bereit“, sagt Heike Bader. „Nur in der Dauerpflege bin ich ausgelastet.“

*Namen von der Redaktion geändert.





Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.stz-online.de/nachrichten/thu.../art2448,910800

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besusy
unregistriert
Einsatz für das Jugendamt - Verwahrlost, missbraucht, vernachlässigt !!! Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

habe mal einen Link zur Arbeit des JA gefunden (Spiegel TV).

Grüsse besusy
22.03.2009 14:07
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Erziehung: 100 Pflegefamilien gibt es im Landkreis Lüneburg - zu wenig

"Das sind alles unsere Kinder"

Katrin Steinhauer hat Pflegekinder bei sich aufgenommen. Das Abendblatt hat die Lüneburger Familie besucht.


Lüneburg -
Hunde schlagen an. Ein kleines Mädchen öffnet die Tür, strahlt und ruft ihre Mutter. Kurze Zeit später sitzen acht Personen an dem geölten Holztisch in dem offenen Wohnraum. Alles ist blitzblank, der Teppichboden frei von Schnipseln und Fusseln, die Decken auf dem Sofa ordentlich gefaltet. Gemütlichkeit strahlt das geräumige Haus am Rand des beschaulichen Dorfes im Landkreis Lüneburg aus, in dem sechs Kinder und ein Elternpaar leben. Die Familie Steinhauer gehört zu den 100 Familien im Landkreis Lüneburg, die Pflegekinder bei sich aufgenommen haben.

"Es sind leibliche, adoptierte und Pflegekinder im Alter von vier bis 22 Jahren. Aber das sind alles unsere Kinder, sie werden für immer bei uns bleiben", sagt Katrin Steinhauer stolz. 1991 machte sich Steinhauer das erste Mal auf den Weg zum Lüneburger Jugendamt - sie wollte Pflegemutter werden. Eigene Kinder konnte sie damals nicht mehr bekommen, doch sie träumte von einer Großfamilie. "Auch, wenn es nicht die eigenen sind, sie wachsen zusammen auf wie echte Geschwister. Erst wenn sie alt genug sind, erzählen wir ihnen die Geschichte ihrer leiblichen Eltern."

In Niedersachsen werden vielerorts Pflegefamilien gesucht. Einer Untersuchung des Niedersächsischen Sozialministeriums zufolge gibt es bei Weitem nicht so viele Pflegefamilien, wie gebraucht werden. Vor allem für Kleinkinder, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind, aber auch für ältere Kinder fehlen Pflegeeltern in allen Jugendamtsbezirken - auch in Lüneburg. "Wir merken immer wieder, dass für die Vermittlung aller Kinder Pflegefamilien fehlen", so Bettina Fröchling vom Pflegekinderdienst des Landkreises. Die Alternative ist das Heim. Doch die Unterbringung im Heim kostet den Landkreis nicht nur mehr Geld, auch die persönliche Entwicklung der Kinder leidet.

Für den Unterhalt der Kinder erhalten die Pflegefamilien von den Jugendämtern eine Aufwandsentschädigung, die auch die Kosten der Erziehung beinhalten. Diese Unterstützung fließt bei den Steinhauers in Reit-, Klavier- und Orgelunterricht. "Ich möchte meine Kinder so maximal wie möglich fördern. Dafür nutze ich das Geld", sagt Steinhauer. Zuschüsse für Taufe, Einschulung, Klassenfahrten oder ähnliche Ereignisse können beantragt werden.

Katrin Steinhauer ist weit davon entfernt, ein Urteil über die leiblichen Eltern ihrer Pflegekinder zu fällen. "Ich habe Verständnis für sie, respektiere sie und rede niemals schlecht über die Eltern meiner Kinder." Nicht alle ihrer Zöglinge haben bis heute den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern gesucht.

Verwahrlosung oder Missbrauch sind nicht immer die Gründe, weshalb Kinder in Deutschland aus ihren Familien herausgenommen werden. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig, es können familiäre Probleme, Krankheit oder häusliche Defizite sein, die Erziehung und Entwicklung eines Kindes stören und gefährden.

Weiter wachsen soll die Großfamilie Steinhauer nicht mehr, doch endgültig möchte sich die gelernte Krankenschwester nicht aus der Pflege zurückziehen. Als Kompromiss nimmt sie mittlerweile Kleinstkinder für drei bis sieben Monate zur Kurzzeitpflege auf, bis neue Eltern gefunden oder die Kinder in die Ursprungsfamilie zurückgehen können.

Schon bei den Jüngsten - Säuglingen, die nach der Geburt aus den Familien genommen werden - stößt sie auf große Probleme.

"Diese Kinder schreien nach Intensivpflege. Manche quälen bereits seit Geburt Beeinträchtigungen", sagt sie aus Erfahrung. Haben sie den ersten Entzug hinter sich, leiden sie nicht selten an Ess- und Schlafstörungen oder Schreiattacken. Und dennoch wird Pflegmutter Steinhauer nicht müde: "Ich könnte jedes dieser Kinder behalten. Ich trage sie umher, schlafe mit ihnen auf dem Sofa und bin jedes Mal sehr traurig, wenn ich ein Kind in seine neue Familien bringen muss." Aber das Trauern gehört für Steinhauer ebenso dazu wie die Freude, dem Kind für eine Zeit das Beste zu geben, was sie hat: Zuneigung, Fürsorge und Liebe.



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/24/1096905.html

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Pflegekind in Lüdenscheid - ein netter Artikel eines PK:


http://www.tupf-luedenscheid.de/pdf/bericht-celina.pdf

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24.03.2009 13:48 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

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Familienrat entscheidet über neues Pflegekind Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familienrat entscheidet über neues Pflegekind

Betreuung - Michael (7) lebt seit gut drei Jahren in der Patchworkfamilie Bellstedt-Epple in Goßholz
Lindenberg | Von Sabrina Müller «Als Michael kam, haben wir Schnee geschaufelt.» Nicolas (7) erinnert sich noch genau an den Tag, an dem sein knapp ein Jahr älterer Pflegebruder vor gut drei Jahren in die Familie kam. Seit etwas mehr als drei Jahren lebt Michael als Pflegekind auf unbestimmte Zeit in der Vollzeitpflegefamilie Epple-Bellstedt in Goßholz (Lindenberg). Michaels leibliche Mutter hat sich freiwillig dazu entschieden, ihren Sohn in eine Pflegefamilie zu geben. Sie weiß, dass es ihrem Sohn dort gut geht. Selber hat sie nicht die Möglichkeit, Michael ausreichend zu fördern und ihm einen geregelten Alltag zu bieten.


Michael ist nicht das erste Pflegekind von Cornelia Bellstedt und ihrem Mann Nikolaus Epple. Seit sieben Jahren nimmt das Ehepaar regelmäßig Kinder in Tages- oder Vollzeitpflege bei sich auf - 15 Kinder waren es bisher. Aktuell kommen drei Tageskinder jeweils zweimal in der Woche zu Cornelia Bellstedt zur Betreuung. Es gebe Kinder, die nie Zuwendung von ihren Eltern bekommen, nennt Cornelia Bellstedt einen Grund für ihren damaligen Entschluss, ein Kind in Vollzeitpflege aufzunehmen. Die gebürtige Dresdnerin hat zwei Kinder mit in die Ehe gebracht (15 und 13 Jahre alt), ihr Mann einen 14-jährigen Sohn. Für den gemeinsamen Sohn Nicolas - «einen Nachzügler» - wünschten sich die zwei einen etwa gleichaltrigen Spielgefährten.

Jedes der sechs Kinder und Jugendlichen hat sein eigenes Zimmer. Und wer genug hat vom Trubel, zieht sich zurück und «macht einfach die Tür zu. Dann hat man seine Ruhe», sagt der 14-jährige Fabian. Aber in der Regel sind die Stief-, Halb- und Pflegegeschwister froh, dass es «immer wen zum Schwätzen gibt, wenn man mit einem anderen Streit hat», wie Matthias (15) sagt.

Bevor ein neues Pflegekind kommt, tagt bei den Epple-Bell-stedts der Familienrat. Für die leiblichen Kinder stünde immer Name, Geschlecht und Alter im Vordergrund. «Alles andere ist ihnen egal», sagt Cornelia Bellstedt. Wichtig sei allerdings, dass ein Pflegekind nicht älter ist als das älteste der eigenen Kinder. Das soll seine Ältestenposition behalten dürfen. «Von den vielen Pflegekindern, die in der Familie schon ein- und ausgegangen sind, «haben unsere Kinder nur profitiert», ist sich Cornelia Bellstedt sicher.

«Sie haben viel mitbekommen und wissen, dass es anderen Kindern sehr viel schlechter geht als ihnen.»

Aus eigener Erfahrung, aber auch von Erzählungen anderer Pflegefamilien, kennen die Epple-Bellstedts extreme Fälle der Kindesverwahrlosung. Cornelia Bellstedt weiß von Kindern, die keine Regeln kennen und nachts noch auf der Straße toben, die nie gelernt haben, am Tisch zu sitzen oder Besteck zu benutzen oder die nicht mal einen Esstisch daheim haben und die Essen nur auf dem Sofa vor dem Fernseher kennen. Manche müssen «auf Vorrat» essen, weil sie nie wissen, wann es die nächste Mahlzeit gibt.

Die 38-jährige Bellstedt weiß aus Erfahrung, dass sie für die Vollzeitpflegekinder die erste Mama ist. «Wir hier - das ist die Familie», sagt sie. Und weil sie die Kinder das ganze Jahr über hat, «wird Heilig Abend immer bei uns gefeiert. Das ist meine Belohnung», sagt sie. Wichtig ist der Mutter, immer alle Kinder gleich zu behandeln. Sie selbst habe lange mit sich gehadert, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, die Pflegekinder so zu lieben wie die eigenen - was sie nicht kann. «Aber das kann man nur wissen und verstehen, wenn man beides hat.»

Zwei Wochenenden im Monat besucht Michael seine leibliche Mutter, die nur ein paar Straßen entfernt wohnt. Zwei Mamas zu haben bringt laut Michael einige Vorteile mit sich: zweimal Geburtstag feiern und zweimal Geschenke bekommen beispielsweise. Für seine leibliche Mutter bedeutet Michaels Unterbringung in der Pflegefamilie eine enorme Entlastung. Der Druck, ständig Verantwortung übernehmen zu müssen, ist weg, erläutert Bellstedt.

Michael selbst hat ein paar Monate gebraucht, bis er in seiner neuen Patchworkfamilie richtig angekommen war. Heute sagt er seine Meinung, aber am Anfang hat «er alles gemacht, was ich möchte, kein Kontra gegeben - nur damit er bleiben kann», erinnert sich Cornelia Bell-stedt zurück. Das sei ihr fast unheimlich gewesen.

Um für möglichst viele Kinder da zu sein, arbeitet Nikolaus Epple mittlerweile nur noch in Teilzeit als Betriebshelfer. Der 44-jährige gelernte Garten- und Landschaftsbauer und seine Frau haben einen weiteren Raum in ihrem Haus umgebaut und sind bereit, neben Michael ein weiteres Kind in Vollpflege aufzunehmen.



Quelle, Rechte und weitere Informationen http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu...;art2792,523764

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Zuhause auf Zeit: 56 Pflegefamilien im Südharz Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Zuhause auf Zeit: 56 Pflegefamilien im Südharz

NORDHAUSEN. Erschüttert hat vor knapp zwei Wochen die Nachricht, dass eine Mutter ihren nur wenige Tage alten Säugling in einem Nordhäuser Wohnhaus liegen ließ, auf dass ihn jemand finde. Leute wie Kerstin und Thomas Kronich* helfen den Kindern in solchen Notsituationen. Auch genannter Säugling ist inzwischen in einer liebevollen Familie.
Am Morgen, als Thomas Kronich zur Arbeit aufbrach, wohnte er mit seiner Frau noch allein - am Nachmittag waren sie zu dritt. Ein nur wenige Wochen altes Baby gehörte fortan zur Familie. "Manchmal geht es sehr schnell, gerade wenn bei den leiblichen Eltern Gewalt im Spiel war", erzählt seine Frau Kerstin. Gemeinsam nehmen die Eheleute seit nunmehr fünf Jahren Kinder in Kurzzeitpflege, neun im Alter zwischen zwei Tagen und eineinhalb Jahren waren es bisher. Manchmal sind es 14 Tage, manchmal vier Monate, dass die beiden Endvierziger Zuhause für die Kleinen sind: weil die alleinstehende Mutter ins Krankenhaus muss, weil Eltern kurz nach der Geburt ihres Nachwuchses überfordert sind, ein Kinderbett ebenso fehlt wie Babykleidung. Entscheidet sich eine Mutter, ihren Nachwuchs zur Adoption freizugeben, wird dieser auch nicht gleich in die Adoptivfamilie gebracht, sondern einige Wochen in Kurzeitpflege - damit die Mutter sich notfalls umentscheiden kann. "Mit der Adoption gibt es keinen Weg mehr zu den Eltern zurück", sagt Elke Schnabel vom Jugendamt.

Anders ist das, lebt das Kind bei einer Pflegefamilie, wie lange auch immer: "Selbst wenn wir das Kind noch so lieben, wir müssen immer bereit sein, es wieder loszulassen", sagt Thomas Kronich. Relativ leicht falle das, wenn die Eltern bei Besuchen deutlich gemacht haben, dass sie die Kindererziehung nun meistern können. Manchmal aber plage ihn auch die Sorge, ob das Kleine nicht vier Wochen später wieder da ist, erzählt der Pflegevater.

Mögen Kronichs auch nur vorübergehend die leibliche Familie ersetzen - sie tun es voller Liebe und Hingabe. "Ein Kind ist nicht für seine Eltern verantwortlich", betont Kerstin Kronich, sagt aber auch, wie wichtig es ist, voller Respekt und vorurteilsfrei den Eltern zu begegnen. "Sie müssen merken, dass wir ihnen ihr Kind nicht wegnehmen wollen." Jedes Pflegekind hat das Recht, seine Eltern zu besuchen - einfach ist das nicht immer für die Pflegeeltern, selbst wenn das persönliche Verhältnis zu den leiblichen Eltern gut ist. Auch die Kronichs haben das erfahren: Denn vor zehn Jahren nahmen sie einen Jungen auf, den sie heute ganz selbstverständlich ´Sohn´ nennen: "Bei den Besuchen der Mutter wurden bei ihm sofort Erinnerungen angeknipst, er träumte danach nicht gut in der Nacht", schildert Thomas Kronich. Als sie den Jungen mit drei Jahren aus dem Heim geholt hatten, wussten sie, warum er dorthin gekommen war - Details über sein Aufwachsen indes blieben bis heute im Dunkeln.

Wer ein Pflegekind hat, nimmt hin, dass es ganz anders ist als man selbst oder der Ehepartner - die Kronichs berichten von einer immer wieder auftretenden Angst ihres Sohnes, allein gelassen zu werden. Dass sie ihn zu sich nahmen - nach dem Tod von dessen Mutter vor sechs Jahren wurden sie auch sein Vormund - bereuen sie nicht. "Jedes Kind verdient es, in einer guten Familie aufzuwachsen", schildert Kerstin Kronich ihre Beweggründe. Ihre Tochter sei von Anfang an einverstanden gewesen, Eifersüchteleien habe es nie gegeben.

Ein Bettchen steht für die Kurzzeitpflegekinder bereit, im Schlafzimmer ist Platz. Drei Kindersitze verschiedener Größe haben die Kronichs, Baby- und Kleinkindersachen in vielen Größen, einiges Spielzeug. "Binnen einer Stunde ist alles vorbereitet", sagt die Frau, die dank ihrer Selbstständigkeit 24 Stunden für ein Kind sorgen kann, ist das nötig.

Eines unterscheide sich in der Erziehung leiblicher und Pflegekinder: Bei Letzteren seien sie ängstlicher, immer darauf bedacht, dass nichts passiert, erzählt Thomas Kronich. Denn schon eine Blessur könnte unangenehme Fragen von den Eltern und Jugendamt aufwerfen.

* Die richtigen Namen sind der Redaktion bekannt.



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/t...t=TA&dbserver=1

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31.03.2009 06:37 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Leih-Oma für Krippenkinder Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Leih-Oma für Krippenkinder

Margarete Grabler hat jahrelang Pflegekinder betreut, jetzt hat sie mit 72 Jahren eine neue Aufgabe.


Kirchheim "Oma Marga!" Kleine Ärmchen strecken sich Margarete Grabler entgegen. Liebevoll nimmt sie das Kind auf ihren Schoß und wiegt es hin und her. Schnell folgen andere, bis die 72-jährige zwei Kinder auf dem linken und zwei auf dem rechten Bein sitzen hat. Da macht "Hoppe Reiter" erst so richtig Spaß. Dann schaut die Oma mit den Kleinen Bilderbücher an, lässt sie mit Puppen und Bauklötzen spielen oder singt mit ihnen.

Jeden Donnerstagvormittag haben die Kinder der Krippe "Regenbogen" eine echte Oma zum Spielen und Kuscheln. Auf den winzigen Stühlchen zu sitzen, daran hat sich Margarete Grabler schon gewöhnt. Wenn es sich ergibt, sitzt sie auch mit den Kindern am Boden. "Kinder sind mein Leben", erklärt die rüstige Seniorin, warum sie sich auf einen Aufruf der Krippe im vergangenen Jahr als Leih-Oma gemeldet hat.

Sie selbst hat allerdings keine erfreuliche Kindheit verbracht: Ein zerrüttetes Elternhaus, Armut, Krieg - da überwiegen negative Erinnerungen. "Ich erlebe meine problematische Kindheit durch die Beschäftigung mit Kindern immer wieder neu und gestalte sie dadurch positiv", sagt Grabler. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen hat sie besonderes Einfühlungsvermögen für die Sorgen und Nöte von Kindern entwickelt. "Kinder sprechen mit den Augen, da kann ich sofort ablesen, wenn etwas nicht stimmt."

Zunächst waren es ihre beiden eigenen Kinder, auf die sie ihr Leben ausgerichtet hat. "Es sollte ihnen niemals so gehen, wie es mir ergangen ist." Das Geld war knapp, doch sie gab ihren erlernten Beruf als Verkäuferin auf, um für ihre Kinder da zu sein. Einen Kindergartenplatz bekam sie in den 60er Jahren in München nur unter der Voraussetzung, dass sie in der Einrichtung mitarbeitete. "Da hab ich ganz viel gelernt, das hat mein Leben verändert." Als ihr erstes Enkelkind auf die Welt kam, betreute sie auch dies, damit die Mutter arbeiten konnte.

Um selbst noch etwas zu verdienen, entschloss sie sich, auch Pflegekinder aufzunehmen. Im Laufe der Jahre hat sie neben den fünf Enkelkindern noch 15 bis 20 Pflegekinder betreut. Es waren immer vier bis acht Kinder gleichzeitig im Haus. "Das war eine herrliche Zeit, als alle rund um den Tisch saßen, da habe ich mich daheim gefühlt", erinnert sie sich. Natürlich war es auch anstrengend, doch das habe sie nicht negativ empfunden. Teilweise haben sie und ihr Mann die Kinder sogar nachts und am Wochenende bei sich gehabt, haben Ausflüge und Urlaubsfahrten mit ihnen unternommen. Zu einigen ihrer Schützlinge hat Grabler heute noch Kontakt.

Als sie aus Altersgründen keine neuen Pflegekinder mehr aufnahm, wurde es sehr still im Haus. "Da haben wir Vögel angeschafft, damit sich was rührt." Doch das half auch nichts. Und dann kam der Aufruf der Krippe. "Das macht mir Spaß. Das ist wieder mein Leben." Oma Marga strahlt.



Quelle, Rechte und weitere Informationen http://www.sueddeutsche.de/muenchen/447/464051/text/

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03.04.2009 17:50 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Laufen für den guten Zweck Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Laufen für den guten Zweck

Mit der Sammelbüchse durch die Eifel

Peter Borsdorff will einer Familie aus Mechernich helfen. Der Zustand zweier Pflegekinder, die HIV-positiv sind, verschlechtert sich rapide, Betreuungsaufwand und Kosten werden dadurch umso höher.


Mechernich - Einst war er ein ausgezeichneter Marathonläufer. Doch heute geht Peter Borsdorff aus Düren nur noch an den Start, wenn seine Hilfe gefragt ist. Als „Läufer mit der Sammelbüchse“ hilft er seit 1995 behinderten Kindern. Erst in der vorletzten Woche hat er einen Spendenlauf abgeschlossen und konnte nach eigenen Aussagen zwei kranken Jungen aus Düren-Merken und Niederzier mehr als 20 000 Euro zur Verfügung stellen. Insgesamt hat der 65-Jährige bis heute über 308 000 Euro für Kinder in der Region „zusammengelaufen“.

Jetzt ist Borsdorff erstmalig in der Eifel unterwegs. „Hier bin ich noch nicht so bekannt wie im Dürener Raum“, berichtete er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Doch seine Hilfe dürfte hier wohl genauso nötig sein. Diesmal geht es um eine Familie aus Mechernich. Der Vater, ein selbständiger Diplom-Ingenieur, und die Mutter, eine Diplom-Pädagogin, haben vor zehn Jahren zu ihren eigenen Kindern drei Pflegekinder aufgenommen. Zwei der Pflegekinder, die heute 15 und 14 Jahre alt sind, waren HIV-positiv getestet worden.

Finanziell konnte die Familie ihre Situation viele Jahre lang bewältigen. Aufgrund der Konjunkturkrise sind die Einnahmen beim Pflegevater aber derzeit drastisch eingebrochen. Doch damit nicht genug - die gesundheitliche Entwicklung der beiden Kinder hat sich dramatisch verschlechtert. Bei dem 14-Jährigen wurde bereits im Alter von sieben Jahren eine HIV-Enzephalopathie diagnostiziert. Der Pflegevater schreibt dazu an Borsdorff: „Er war bis zu seinem sechsten Lebensjahr ein sich völlig normal entwickelndes Kind, trotz seiner HIV-Diagnose.“

Eingeschränkte Bewegung

Nach einer schweren Herpes-Infektion im siebten Lebensjahr, von der er sich nicht mehr ganz erholte, habe er jedoch immer häufiger epileptische Anfälle bekommen und leide mittlerweile unter einer sehr ausgeprägten Spastik. „Seit einem Jahr läuft er nicht mehr, seit einigen Monaten bewegt er nur noch ab und zu seinen Arm, er spricht seit sechs Monaten zunehmend weniger und zurzeit gar nicht mehr.“

Doch auch das 15-jährige Pflegekind macht der Familie große Sorgen: Trotz seiner Behinderung habe es sich zunächst gut entwickelt und eine heilpädagogische Waldorfschule besucht, wo es in die neunte Klasse gehe. „Vor fünf Monaten wurde bei unserem Pflegesohn jedoch Lymphdrüsenkrebs festgestellt“, berichtet der Vater in seinem Schreiben weiter. Derzeit bekomme er daher eine Chemotherapie. „Seit dieser Zeit geht unser Kind nicht mehr in die Schule. Der pflegerische Aufwand ist sehr angestiegen.“

Als Peter Borsdorff diesen Brief gelesen hatte, nahm er mit den Pflegeeltern Kontakt auf. Schnell stand für den Langläufer fest, dass seine seit 1995 bestehende Aktion „Running for Kids“ hier gefragt ist.

Den ganzen Monat April über wird der 65-Jährige daher bei all seinen sportlichen Aktivitäten Spenden für die beiden Mechernicher Jungen sammeln. Borsdorff wünscht sich, zahlreiche Unterstützer zu finden, die ihm für die Mechernicher Familie jeweils fünf Euro zur Verfügung stellen. „Fünf Euro sollten niemandem wehtun“, so der Wohltätigkeitsläufer, der natürlich auch geringere Beiträge dankend annimmt. Der Dürener wird dazu wieder seine Sammelbüchse mit sich führen. Aktuelle Informationen, wo Borsdorff sich gerade aufhält, gibt es im Internet.

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1238966798610.shtml



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Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

08.04.2009 20:57 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
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kleene_paula
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da frage ich mich wirklich ernsthaft, warum das zuständige JA Euskirchen der Familie nicht mehr unter die Arme greift - wobei - nein, ich wunder mich nicht - ich ärgere mich.
08.04.2009 21:01
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peutetre peutetre ist weiblich
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Beruf Tagesvater Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Beruf Tagesvater

Gestatten, Weber, von Beruf Tagesvater." Mit solch einer Vorstellung hat Marc Weber keine Probleme. Probleme haben meistens die anderen. "Keiner gibt seine Vorurteile zu, aber ich merke doch, dass viele Vorbehalte gegen einen Mann in der Tagespflege haben", sagt der 36-Jährige.

Ob beim Cafétreff mit anderen Tagesmüttern oder mit seiner Rasselbande im Bollerwagen auf dem Spielplatz: Manchmal ist es nur ein schräger Blick, manchmal nur das immer als etwas Besonderes herausgestellt werden. Tagesvater zu sein gehört noch längst nicht zur Normalität.

In Bad Homburg ist er bislang der einzige. Vor acht Monaten hat er sich beschlossen, sich durch Kurse beim Jugendamt als Tagesvater zu qualifizieren. Hat den zuvor als Büro vermieteten Anbau am Haus seiner Schwiegermutter im Hölderlinweg zum Spielzimmer ausgebaut und betreut nun täglich zwei Tageskinder, Julius und Helen, beide zwei Jahre alt.


Andrang hält sich noch in Grenzen

Vier dürften es laut Jugendamt sein, doch der Andrang hält sich in Grenzen. Manchmal kommen Eltern zu ihm, die dringend eine Betreuung für ihr Kind brauchen, aber sie melden sich nie wieder. Ein Mann und kleine Kinder, gar kleine Mädchen? Das geht für manche gar nicht. Dabei hat er selbst als Vater drei muntere Mädels und einen Sohn. "Als das Vierte unterwegs war, haben wir uns überlegt, wer künftig die Kinder betreuen soll und wie wir flexibel sein können, wenn mal eines krank wird", erklärt Weber.

Seine Frau ist Polizistin und studiert gegenwärtig. Er selbst hat bei einem Sicherheitsdienst Geldtransporte begleitet und zunehmend ein ungutes Gefühl beim morgendlichen Abschied von den Kindern gehabt. "In meinem Beruf weiß man nie, ob man abends wieder zurückkommt", sagt er. Ein bewaffneter Überfall auf einen Geldtransporter brachte die Entscheidung. Der durchtrainierte, ausgebildete Golflehrer wollte nicht nur die eigenen Kinder hüten, sondern auch die von anderen.

Die zweijährige Hanna wirbelt er durch die Luft, bis sie quietscht vor Vergnügen, klemmt dabei noch locker das fünf Monate alte Baby unter den Arm und erntet auch bei den Tageskindern Julius und Helen glückliches Glucksen. Männer gehen mit Kindern anders um als Frauen. Na und? "Bei mir wird sicher nicht so viel vorgelesen und gebastelt wie bei manchen Tagesmüttern", sagt Weber. Dafür geht er ständig mit den Kinder raus an die Luft, in die Natur. Entweder in den himmlischen Spielgarten direkt am Haus, um dessen von ihm selbst gebautes Baumhaus ihn manche Kita beneiden würde, oder auf den nächsten Spielplatz zum Toben.

"Ich habe mir Herrn Weber ganz gezielt ausgesucht, als mir das Jugendamt gesagt hat, sie hätten da auch einen Mann", sagt Bianca Herrendorf, die um 16 Uhr Sohn Julius abholt. Der fällt weder der Mutter erleichtert um den Hals, noch will er dringend weg. Weiterspielen mit den anderen, das will er. "Kinder haben im Kindergarten und in der Grundschule soviel mit Frauen zu tun", sagt seine Mutter, "so viel toben und klettern wie er hier bekommt, kann ich mit meinem Sohn gar nicht."

Marc Weber macht der Alltag mit den Kindern Spaß, auch wenn mal alle gleichzeitig fürchterlich quengeln. Er bleibt im Tohuwabohu zwischen Rutsche und Bauklötzchen die Ruhe selbst. Dass das in dem vom Tageskind mitgebrachten Buch nicht Lillifee, sondern Barbie sei, erklärt er seiner Tochter mit großer Kennerschaft.

Dass er bis zur Rente als Tagesvater weitermachen wird, glaubt er nicht. "Bisher habe ich mehr in den Ausbau der Räume investiert als ich eingenommen habe", erzählt er. Trotzdem will er noch mindestens zwei Jahre weitermachen. "Solange es eben angenommen wird und funktioniert", sagt er nach kurzem Überlegen.


Quelle: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_he...e-mit-Chef.html

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Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

15.04.2009 00:35 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

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„Running for Kids“ Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

„Running for Kids“

Der 65-jährige Läufer Peter Borsdorf setzt sich für zwei an Aids erkrankte Kinder in Mehernich ein


1990 hatte eine Mechernicher Familie die beiden HIV-infizierten Jungen Stefan und Gordon aufgenommen. Nachdem zu Beginn noch Hoffnung bestand, dass der Gesundheitszustand der beiden Kinder relativ stabil bleiben könnte, trat mit der Zeit ein zunehmend verschlechtertes Krankheitsbild ein.

Peter Borsdorf, ein 65-jähriger Läufer, setzt nun alles daran, um der Familie mit Spendengeldern helfen zu können.

Die Pflegemutter und ihr Mann hatten sich 1990 nach Gesprächen mit Experten und Ärzten dafür entschieden, neben ihren beiden leiblichen Söhnen und einer Pflegetochter zwei an Aids erkrankte Pflegekinder in die Familie aufzunehmen. Gordon und Stefan wurden von ihren Müttern schon im Mutterleib mit dem Virus infiziert. Die beiden Mütter waren nicht dazu in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Auch in verschiedenen Heimen waren sie wegen ihrer Krankheit unerwünscht, wie die Pflegemutter berichtet.

Nachdem anfangs Angst und Unsicherheit den Familienalltag prägten, ist die Familie schon bald zusammengewachsen. Erstmals war die Entwicklung der beiden Jungen erfreulich, Gordon erholte sich jedoch nicht mehr von einer Herpesinfektion und leidet nun unter epileptischen Anfällen und einer fortgeschrittenen Spastik. Er kann sich kaum noch bewegen und nur eingeschränkt laufen und sprechen. Auch Stefan konnte den Folgen des Immunschwächeinfekts nicht entgehen: Er leidet unter Lymphdrüsenkrebs und muss zurzeit mit einer Chemo-Therapie behandelt werden.

Die Pflegemutter aus Mechernich war überglücklich, als ihr Peter Borsdorf, 65 Jahre alt und im Ruhestand, seine Hilfe anbot. Er hat sich dazu bereit erklärt, einen Monat lang für den 15-jährigen Stefan und den 14-jährigen Gordon zu laufen. Bei Volksläufen in der gesamten Region will er mit seiner Sammelbüchse erscheinen. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass sich Peter Borsdorf für seine Mitmenschen einsetzt: Seit 1995 hat er über 300 000 Euro für Familien in Not gesammelt. 2000 Euro konnte er jetzt der Pflegemutter überreichen.

Den Kontakt zwischen Borsdorf und der Familie hatte Dr. Nicole Savelsberg, Ärztin des Kreisgesundheitsamtes Düren und Spezialistin für HIV-infizierte Kinder, hergestellt. Ziemlich schnell beschloss Peter Borsdorf, dass er den Kindern unter dem Namen „Running for Kids“ helfen will.

Trotz aller Schwierigkeiten und der traurigen Situation kann und will die Pflegemutter nicht aufgeben, sie möchte „so lange wie möglich als Familie zusammenbleiben“. Das gesammelte Spendengeld soll einer Reittherapie zukommen, zudem wünscht sich die Mechernicherin eine Nestschaukel für ihre Kinder. Sie erhofft sich dadurch, ihre Kinder lachen hören zu können. Ein großes Glück für eine Familie, die um ihre Kinder bangen muss.


Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.euregio-aktuell.eu/archives/4...g-for-Kids.html

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18.04.2009 05:58 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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PRIGNITZ / BRANDENBURG- "Ich habe zwei Mamas" Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

PRIGNITZ / BRANDENBURG

"Ich habe zwei Mamas"

Bis zu 50 Familien im Landkreis haben Pflegekinder aufgenommen. Das erfordert bedingunsglose Hingabe und Liebe. Unterschiede zu eigenen Kindern gibt es nicht, betonen Eltern wie Birgit und Nico Tröger aus Düpow. Sie luden für Samstag Pflegefamilien zu einem Erfahrungsaustausch ein.


DÜPOW - Suchend blickt Birgit Tröger an der Kaffeetafel vorbei über die große Rasenfläche auf der Kinder ausgelassen toben, klettern oder in der Sandkiste buddeln. Schnell hat sie ihren zweijährigen Timo entdeckt, der doch nicht ihrer ist. Timo ist ein Pflegekind.

Schon als Baby kam Timo zu ihrer Familie nach Düpow und wird noch viele Jahre hier bleiben. "Seine Mama ist mit der Erziehung überfordert. Timo wird bis zu seiner Volljährigkeit in meiner Familie aufwachsen, vielleicht sogar noch bei uns heiraten", sagt Birgit Tröger. Was für Außenstehende seltsam klingen mag, geschieht zum Wohle des kleinen Jungen und sei keine Bestrafung seiner leiblichen Mutter.

Leibliche Mutti steht voll dahinter

Ganz im Gegenteil. "Seine Mutti steht voll dahinter. Sie weiß, das dies ein guter Schritt für ihr Kind war. Sie war stark genug sich einzugestehen, dass sie selbst es nicht schaffen würde", so Birgit Tröger. Alle 14 Tage bekomme Timo Besuch von seiner leiblichen Mama. Sie spielen gemeinsam und sehen sich auch zu Feiertagen oder Geburtstagen.

Timo wachse mit der Erfahrung auf, zwei Mamas zu haben. Das werde ihm und anderen Pflegekindern nie verheimlicht. Erfahrungsgemäß würden die Kinder gut mit dieser Situation umgehen und im Laufe der Jahre für sich selbst diesen Unterschied artikulieren.

"Manche sprechen von zwei Mamas, andere differenzieren, sagen beispielsweise Mama und Mama Birgit", weiß Gabriele Jenschek. Sie und ihre Kollegin Christiane Neher-Greisert arbeiten in der Kreisverwaltung, betreuen im Landkreis die Pflegefamilien. Bis zu 50 Familien haben zusätzlich Kinder aufgenommen. "Dennoch suchen wir ständig neue Pflegefamilien", sagt Gabriele Jenschek. Sie bieten Einführungsseminare an, seien aber unabhängig von diesen Terminen stets ansprechbar, falls eine Familie Interesse bekunde.

Exakt festgelegte Kriterien gebe es nicht. Eigene Kinder bzw. Erfahrung in der Erziehung seien wünschenswert. Partnerschaften jenseits der klassischen Ehe oder einer eheähnlichen Partnerschaft seien nicht ausgeschlossen.

Bis zu fünf Pflegekinder dürfe eine Familie maximal aufnehmen. Manche schöpfen diese Möglichkeit aus - freiwillig. Nichts geschehe mit Zwang. "Weder arbeiten wir eine Liste freier Pflegeplätze der Reihe nach ab, noch treffen wir Entscheidungen gegen den Willen der leiblichen Eltern", betont Christiane Neher-Greisert. Es gehe um die Bedarfe der Kinder. "Wir schauen, wo es hinpasst, suchen nicht für die Pflegeeltern ein Kind aus, sondern umgekehrt", ergänzt ihre Kollegin.

Dass Eltern keinen Ausweg mehr sehen, ihre eigenen Kinder in fremde Hände geben wollen, habe die unterschiedlichsten Ursachen. Einige seien schlichtweg mit der Erziehung überfordert, halten ihr Baby in Händen und wissen nicht weiter. "Andere sind richtig psychisch krank", erklärt Gabriele Jenschek. Die Gründe lassen sich weder an der sozialem Herkunft der Eltern noch an ihrem Alter festmachen, sprechen die beiden Fachfrauen aus ihrer langjährigen Erfahrung.

Lange und reiflich sei die Aufnahme von Pflegekindern abzuwägen. Ist die Entscheidung einmal dafür ausgefallen, sollte es im Regelfall kein Zurück geben. "Die Kinder haben alle mindestens einen Abbruch hinter sich, einen weiteren wollen wir vermeiden", sagt Jenschek. Dennoch gebe es außergewöhnliche Situationen wie Unfälle oder schwere Krankheiten, die ein Handeln erfordern.

Trögers haben lange, sehr lange diesen Schritt abgewogen. "Wir sind in die Situation langsam hinein gerutscht, hatten zunächst nur Tagespflege angeboten", erzählt Birgit Tröger. Allmählich sei der Wunsch gereift, Kinder ganz in die Familie aufzunehmen.

"Wir sprachen mit unseren Töchtern darüber. Sie waren damals zehn und neun Jahre alt, unser Sohn erst zwei." Ihre Freunde bezogen sie ebenfalls mit ein. Das sei wichtig, denn "wenn wir heute irgendwohin gehen, gehen wir als Familie mit allen Kindern. Unterschiede zwischen den eigenen und den Pflegekindern gibt es nicht."

Kein Feierabend, kein Schichtwechsel

Die Arbeit sei schwer. Es gibt keinen Feierabend, keinen Schichtwechsel wie in Heimen. Wer meint, Pflege sei ein Weg aus der Arbeitslosigkeit irre gewaltig. "Das ist kein Job, das ist Berufung", sagt Birgit Tröger. Reich werde man davon ebenfalls nicht. Das Pflegegeld reiche aus, um das Kind komplett versorgen zu können, einschließlich möglicher Hobbys wie Reiten oder Musikschule.

Birgit Tröger hat ihre Berufung gefunden. Sie könne sich nichts anderes mehr vorstellen, möchte zu Timo und dem sechsjährigen Maximilian noch weitere Kinder aufnehmen.



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.svz.de/lokales/prignitz/artik...zwei-mamas.html

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20.04.2009 06:39 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Leben mit Pflegekindern

Eine Notmutter muss Trennungsschmerz aushalten


24. April 2009 Das Telefon klingelt. Das Jugendamt ist dran und bittet Petra Reinemer ein weiteres Mal, ein in schwierigen Verhältnissen lebendes Kind für eine Übergangszeit aufzunehmen. Sie ist eine sogenannte Notmutter aus dem Vogelsbergkreis in Nordhessen. Diese Frauen nehmen Kinder vom Säugling bis hin zum Jugendlichen auf, um ihnen in ihrer schwierigen Situation ein schönes Zuhause zu bieten, bis das Jugendamt eine neue Familie für sie gefunden hat oder sie nach Hause zurückkehren können. „Dieser Fall ist in meinen dreizehn Jahren als Notmutter allerdings nur einmal eingetreten“, erklärt Petra Reinemer, eine große, rothaarige Frau, denn die Gründe für ein Eingreifen des Jugendamtes sind immer triftig und in den meisten Fällen nicht aus der Welt zu schaffen.

Endlich ein schönes Zuhause

Die wichtigste Voraussetzung für Notmütter ist es, flexibel zu sein, denn in den meisten Fällen kommt die Anfrage erst wenige Stunden vor Eintreffen des Kindes. Dann heißt es schnell handeln, denn einige Vorbereitungen müssen getroffen werden. „Es ist sehr wichtig, den Kindern bei ihrer Ankunft sofort ein schönes Zuhause zu bieten.“ Petra Reinemers bisherige Pflegekinder lebten bei Eltern, oft auch nur einem Elternteil, die sie vernachlässigten, missbrauchten oder extrem überfordert waren. Daher wird das Zimmer schnellstmöglich eingerichtet und Kleidung bereitgelegt, um die oft verstörten Kinder sofort in familiärer Umgebung empfangen zu können. Das renovierte Fachwerkhaus mit großem Garten, natürlich auch Petra Reinemers eigene Familie, ihr Mann und drei Kinder im Alter von 14, 17 und 19 Jahren, sind dafür die ideale Voraussetzung.

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vollständiger Artikel hier: http://www.faz.net/s/RubF9F0C6B7630641BA...n~Scontent.html


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24.04.2009 13:43 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
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Ein Zuhause auf Zeit

Angela und Andreas Pick sind Pflegeeltern. Neben ihren drei Töchtern lebt ein Pflegekind in der Familie. Auch wenn kurzfristig Kinder untergebracht werden müssen, stehen die Picks bereit.


Wie viele Kinder am morgigen Muttertag am Frühstückstisch sitzen werden, können Angela und Andreas Pick heute noch nicht sagen. Vier sind es auf jeden Fall. Doch weil die Familie nicht nur ein Kind dauerhaft aufgenommen hat, sondern auch für die Bereitschaftspflege zur Verfügung steht, kann jederzeit der Anruf vom Jugendamt kommen, und die Picks werden wieder um ein Kind reicher. Denn als Reichtum sehen sie es an, sich neben den eigenen Töchtern auch fremden Kindern zu widmen. Gerade erst haben zwei kleine Jungen im Alter von vier und zwölf Jahren die sechs-Zimmer-Wohnung der Picks wieder verlassen, zwei Monate waren sie Familienmitglieder auf Zeit.

Angefangen hat alles vor neun Jahren. "Das erste Kind war ein Junge und dann kam Celine: Am 7. Juli, das Datum weiß Angela Pick noch genau. Celine ist bis heute geblieben. Angela Pick hatte damals bereits zwei eigene Töchter, die heute 13-jährige Jana und die elfjährige Lena, später wurde noch die inzwischen sechsjährige Mona geboren. "Unsere Tagesmutter hatte auch ein Pflegekind", schildert Angela Pick, "und da dachte ich mir, da kannst du zu Hause bleiben und doch was Sinnvolles tun"............................



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.rp-online.de/public/article/s...e-auf-Zeit.html

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09.05.2009 05:58 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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„Gott hat mir diese Kinder zugedacht“ Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

32 Kinder grossgezogen

„Gott hat mir diese Kinder zugedacht“

Elisabeth Stenmans hat 32 Kinder aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt als Adoptiv- und Pflegekinder aufgenommen und ihnen damit das Leben gerettet. In insgesamt 50 Zimmern lebt die riesige Familie.


Euskirchen - Wenn Elisabeth Stenmans aus dem kleinen Ort Kreuzweingarten bei Euskirchen morgen Abend mit ihrer Familie in der ARD-Sendung „Deutschland tut was!“ vorgestellt wird, dürfte der Kameramann Mühe haben, alle Personen ins Bild zu bekommen. Die heute 59-Jährige hat nämlich 32 Kinder aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt als Adoptiv- und Pflegekinder aufgenommen und ihnen damit das Leben gerettet.
Angefangen hat alles vor 47 Jahren auf einer Kreuzfahrt. Damals war sie zwölf Jahre jung und schipperte über die Weltmeere. Aus vermögendem Hause stammend - die Eltern waren rheinische Fabrikanten - kannte sie sich aus im Leben der Reichen und Schönen.

„Wir saßen mit der ganzen Familie beim Captains Diner und sahen bei den Landausflügen viele Kinder, die an schlimmen Augenkrankheiten litten“, berichtet Stenmans. Und damit war für sie auch klar: Hier musste etwas geschehen...................



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.rundschau-online.de/html/arti...775226037.shtml

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09.05.2009 06:02 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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„Wir sind reich, kinderreich“ Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

„Wir sind reich, kinderreich“

„Muttertag -da bekommen doch alle Kinder nur ein schlechtes Gewissen“, sagt Helga Gliem und macht deutlich, dass sie von diesem Ehrentag nichts hält. Morgen werde es daher in dem Einfamilienhaus an der Hohenfriedberger Straße auch ruhig bleiben. Das heißt, was man so ruhig nennt, in einem Haus, in dem 29 Kinder, Schwiegerkinder und Enkel ein- und ausgehen - die einen mehr, die anderen weniger. „Aber alle immer wieder gern“, freuen sich Helga Gliem und ihr Mann, die schon Eltern waren, bevor ihre erste Tochter überhaupt auf der Welt war.


„Drei Kinder haben wir in einem Jahr bekommen“, berichtet die Ratsfrau der Grünen immer wieder gerne - und weiß, dass sie erstaunte Blicke erntet, wenn sie hinzufügt, dass es sich dabei keineswegs um Drillinge gehandelt habe. Wie das? „Wir bekamen im 1. April 1974 unsere erste Pflegetochter Nicole, Mitte Juli kam Uwe dazu, den wir später adoptiert haben, und im Oktober wurde unsere Tochter Maja geboren.“..................................



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.mv-online.de/lokales/kreis_bo...inderreich.html

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09.05.2009 06:05 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Erst einmal zuhören Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Erst einmal zuhören

Trixi von Dörnberg nimmt Jugendliche mit Problemen bei sich auf


Breitenbach/H. Nils* hat mit zwölf Jahren angefangen Drogen zu nehmen. Mit 15 Jahren schmiss er die Schule, lebte auf der Straße, wurde von der Polizei aufgegriffen und in ein Heim gebracht, türmte, kam in die Jugendpsychiatrie, blieb auch dort nicht lange, tauchte unter. Seine Eltern waren überfordert, wussten sich keinen Rat mehr. Auch der Junge selbst war verzweifelt. "Wenn ich in die Wolken schaue, sehe ich die Blutschrift 2Ich bin ein Versager2", erzählte er, fand aber selbst nicht raus aus der Abwärtsspirale.

Dann lernte Trixi von Dörnberg den Jungen, Sohn einer Sportlerin aus demselben Verein, zufällig kennen und fand sofort einen Draht zu ihm. Sie sah seine Verzweiflung, sein Leid und wollte ihm helfen. Seit ihre eigenen drei Kinder aus dem Haus sind, nehmen die von Dörnbergs Pflegekinder bei sich auf. Nils lebt nun seit Ende April auf dem Forsthof der Dörnbergs in Hof Huhnstadt bei Breitenbach am Herzberg und geht wieder regelmäßig zur Schule. Liebevoll nennt er Trixi von Dörnberg seine Ziehmama.....................



Quelle, Rechte und mehr zum Thema: http://www.hersfelder-zeitung.de/breakin...l_zuhoeren.html

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13.05.2009 04:56 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Normaler Alltag für Pflegekinder


KREISCHAU/MZ. Abends, wenn endlich Stille in das Haus einzieht, geht Charlotte Linke (Name geändert) durch die Kinderzimmer, streichelt hier eine Wange, zupft dort die Decke zurecht, knipst eine Lampe aus oder legt ein Buch auf den Nachttisch. Sie genießt den Blick in die verträumten, vertrauten Gesichter all ihrer Kinder und kommt zur Ruhe. Ruhig und gefasst redet sie über ihren Alltag, der nicht alltäglich ist. Sie blickt fast zwei Jahrzehnte zurück. Die eigenen, leiblichen Kinder sind flügge und sie ohne Arbeit. In einer Zeitung liest sie davon, dass Pflegeeltern dringend gesucht werden. Gemeinsam mit ihrem Mann fällt sie eine Entscheidung fürs Leben.

Sie nimmt ein fremdes Baby auf und legt sich mit ihrem 19-jährigen Sohn an. "Der war voll dagegen", erinnert sie sich. Auch daran, wie sie festgehalten hat: an ihrem Sohn und dem ihr ans Herz wachsenden Pflegekind. Über die Jahre glätten sich die familiären Wogen. Heute findet der "Große" seine Mutter aufgrund ihrer Stärke cool. Gegenwärtig hat sie fünf Kinder - zwei Mädchen und drei Jungen, darunter ein Geschwisterpaar. Alle haben ihre Geschichte, die dazu geführt hat, aus ihrem gewohnten Leben herausgenommen worden zu sein. "Die Kinder kommen in jedem Fall aus problematischen Verhältnissen" schildert Martina Mädchen vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes Burgenlandkreis. Das können Überforderungen der Eltern sein, Misshandlungen, sexuelle Übergriffe, Notsituationen oder auch Krankheiten der Mütter.

Dann müsse ein solches Kind in andere Obhut........


Quelle, Rechte und weiterlesen: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ...d=1237373794360


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Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

18.05.2009 22:20 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

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Eltern auf Zeit Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Eltern auf Zeit

Bereitschaftspflegeeltern kümmern sich um Kinder, die vom Jugendamt kurzfristig in Obhut genommen werden.


Seit sechs Wochen kümmern sich Ute und Rainer Backwinkel um einen Säugling. Seit drei Wochen liegt das Kind im Krankenhaus und macht einen Drogenentzug. Das Ehepaar hat ein Kind aufgenommen, das vom Jugendamt in Obhut genommen wurde.

110 Mal musste das Jugendamt im letzten Jahr auf diese Weise tätig werden. Ein Teil der Kinder, die es aus den Familie nahm, war jünger als sechs Jahre. Für sie gibt es die Möglichkeit, von so genannten Bereitschaftspflegeeltern aufgenommen zu werden. Sieben solcher Familie gibt es zurzeit. Betreut werden sie vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). So lange, bis klar ist, was mit den Kleinen endgültig geschehen soll: Kommen sie zurück zu ihren leiblichen Eltern oder ganz in die Obhut von Pflegeeltern?

Drei Kinder haben Ute und Rainer Backwinkel bisher aufgenommen. Doch so schlimm wie in diesem Fall war es noch nie. „Ich sitze oft den ganzen Tag im Krankenhaus. Das muss ich eigentlich nicht, aber diesen Anspruch hat man ja an sich selbst.” Besonders schwierig für sie: Weil während der Unterbringung bei Bereitschaftspflegeeltern auch der Kontakt zu den leiblichen Eltern aufrechterhalten werden soll, sieht sie fast täglich die Mutter des kranken Kindes. „Da muss man sich zurückhalten und die Faust in der Tasche ballen”, gibt sie zu. Selbstverständlich wurden sie und ihr Mann in Seminaren auf diese Tätigkeit vorbereitet. „Aber die Realität sieht oft anders aus”. - „Es ist immer auch learning by doing”, ergänzt Rainer Backwinkel............................



Weiterlesen, Quelle und Rechte: http://www.derwesten.de/nachrichten/stae...111/detail.html

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19.05.2009 06:16 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Menschen im Gespräch- Eine Mama für 14 Kinder Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Menschen im Gespräch
Eine Mama für 14 Kinder

Immer wieder hat die heute 62 Jahre alte Hanna Jansen schutzbedürftigen Kinder einen Zufluchtsort geboten. Ihre Erfahrungen verarbeitet die Autorin mit der ungewöhnlichen Großfamilie, jetzt in einem neuen Buch.


Siegburg - Ein Leben ohne das Schreiben kann sich Hanna Jansen nicht vorstellen. „Das ist meine Insel, auf der ich zu mir selbst komme“, erklärt sie. Schon als Kind versuchte sie sich an kleinen Texten. Als sie jedoch als Sechsjährige bei einer Silvesterfeier mit großem Ernst ein selbstverfasstes Gedicht vortrug und der Vater darüber „Tränen lachte“, fühlte sie sich derart unverstanden, dass sie sich lange Zeit nicht mehr traute, ihre Texte irgendjemandem zu zeigen.

Diese Scheu hat die heute 62-Jährige, die erst jenseits der 50 ihren ersten Roman veröffentlichte, längst überwunden. „Zum Glück!“ - werden all jene sagen, die ihre Bücher lieben. Den bisher größten Erfolg hatte das 2002 erschienene und mit mehreren Preisen ausgezeichnete Jugendbuch „Über tausend Hügel wandere ich mit dir“, in dem Hanna Jansen die Geschichte ihrer heute 24 Jahre alten Adoptivtochter Jeanne verarbeitete. Das Mädchen war 1994 als einzige ihrer Familie dem Völkermord in Ruanda entkommen. Jeanne hatte mitansehen müssen, wie ihre Mutter und ihr Bruder hingemetzelt wurden. Über mehrere Stationen fand das damals zehnjährige Waisenkind Zuflucht bei Familie Jansen in Siegburg.

Als Jeanne in das Haus am Schilfweg einzog, lebten dort bereits fünf Kinder unterschiedlicher Abstammung. 1988 hatte das damals frisch verheiratete Ehepaar Jansen das erste Adoptivkind aufgenommen - einen Jungen, dessen Eltern ebenfalls aus Ruanda stammten. „Das war aus einer Notsituation heraus entstanden, die über die Kinderarztpraxis meines Mannes auf uns zukam“, erzählt die ehemalige Lehrerin an einer Gesamtschule, die neben ihren vielen Ziehkindern einen erwachsenen leiblichen Sohn hat. „Damals hatten wir noch gar keinen besonderen Bezug zu Afrika. Das hat sich erst durch die Kinder entwickelt.“

Jansens haben im Laufe der Jahre nicht weniger als 14 Kinder und Jugendliche aufgenommen......................



Weiterlesen, Qelle und Rechte: http://www.ksta.de/html/artikel/1242833453721.shtml

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23.05.2009 04:00 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Wohnhaus wird zum Kindergarten Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Wohnhaus wird zum Kindergarten

Erfahrungsbericht einer Tagesmutter: Melanie Amende-Gatzemann aus Querenhorst


QUERENHORST. Für Fabian heißt es im Sommer Abschied nehmen: Dann kommt er in den Kindergarten und geht nicht mehr zu Melanie Amende-Gatzemann: "Das wird uns allen weh tun, auch meinen eigenen Kindern. Es ist bei uns schon wie eine große Familie."

Denn Familienanschluss ist der Querenhorsterin ganz wichtig: Die qualifizierte Tagesmutter betreut im Einfamilienhaus ihrer Familie seit drei Jahren Mädchen und Jungen aus den Samtgemeinden Grasleben und Velpke.
Ihre eigenen Söhne Ferris (4) und Arndt (6) sind jeden Tag mit den anderen Kindern zusammen. Das will niemand mehr missen. Die Tagesmutter: "Ich wusste immer, das ich das machen will." Morgens um 7.30 Uhr kommen die ersten Kinder, mehr als sechs sind es nie, dann ist es besonders harmonisch.
Tagesmutter sein ist mehr als ein Beruf: Das Haus verwandelt sich mehr und mehr in einen Kindergarten – der fest eingezäunte Garten als Spielplatz, Kinderzimmer als Gruppenräume.
Dort spielen die Kinder, basteln, singen. Und die ganz Kleinen halten dort auch ihr Mittagsschläfchen. Tagesmutter sein ist aber auch harte Arbeit: Um die Betreuung übernehmen zu können, sind 160 Stunden Lehrgang erforderlich.

Führungszeugnis, Gesundheitszeugnis: Die Qualität der Betreuung ist dokumentiert. Jedes Jahr stehen weitere Fortbildungen an: Pädagogik, Erste Hilfe und vieles mehr. Regelmäßig schaut das Jugendamt vorbei und stellt sicher, dass alles gut läuft. Das tut es. Die Nachfrage bei der Querenhorsterin ist groß.......................



Quelle, Rechte und weiterlesen: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2161/artid/10433594

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03.06.2009 03:37 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Beistand für Familien in Krisensituationen Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Beistand für Familien in Krisensituationen

LAHR. Von jetzt auf gleich ein Kind zur Pflege aufnehmen? Dazu noch eines, das einige Probleme mitbringt? Die wenigsten Eltern könnten sich das vorstellen, aber es gibt Familien, die sich genau darauf vorbereitet haben und sich dieser Situation auch schon mehrfach gestellt haben. Bereitschaftspflege heißt das Programm, bei dem Familien anderen Familien in akuten Krisensituationen zur Seite stehen.


Jugendämter stehen mitunter in der öffentlichen Kritik, doch Familie T. aus der südlichen Ortenau ist voll des Lobes über die Institution, mit der sie seit etwa einem Jahr zusammenarbeitet. "Wir wurden sehr gut vorbereitet auf diese Aufgabe als Bereitschaftspflegeeltern, und wir werden immer gut informiert über die Kinder, die kommen", sagt Vater Klaus. Nur am Anfang habe es mal ein Problem gegeben, "aber das war schnell behoben. Jetzt klappt der Austausch sehr gut, ich weiß immer, wen ich anrufen kann, wenn ich etwas brauche", erklärt auch Mutter Annette. Annette und Klaus T. sind einerseits kein Musterbeispiel für eine Pflegeeltern-Familie, andererseits scheinen ihre Biografie und ihre derzeitige Familiensituation geradezu prädestiniert für eine solche nicht gerade leichte, aber schöne und sinnvolle Aufgabe.
Das Jugendamt sucht Eltern mit pädagogischen oder sozialpädagogischen Berufen – die Ethnologin mit Schwerpunkt Pädagogik und der Kunsthandwerker, der auch Lehrlinge ausbildet, haben einiges an Erfahrung zu bieten. Zudem hat Annette T. drei eigene Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahre und hat – fundiert aus- und stets fortgebildet – seit der Geburt ihres ersten Kindes als Tagesmutter gearbeitet. So kennen auch die eigenen Kinder von klein auf die Situation, Mama und Papa zumindest zeitweise nicht für sich allein zu haben.

Stundenweise arbeitet Annette im erzieherischen Bereich, aber ihr Mann Klaus hat seine Werkstatt im eigenen Haus und ist die meiste Zeit vor Ort. "Wenn mein Mann abends um acht von der Arbeit kommen würde, hätten wir die Bereitschaftspflege wohl nicht übernommen", gibt Annette T. zu. Doch so, wie es ist, sind die fünf T.s ein Glücksfall für das Jugendamt, das schon mehrere Kinder vorübergehend an die Familie vermittelt hat, und ein Glücksfall für die Pflegekinder, die hier ein ganz anderes Leben kennenlernen, als sie es von zu Hause gewohnt sind..........



Weiterlesen, Quelle und Rechte: http://www.badische-zeitung.de/lahr/beis...--15808291.html

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