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Kinder gegen Missbrauch wappnen Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Kinder gegen Missbrauch wappnen

»Aufschrei« will mit einem Flyer junge Opfer direkt erreichen / Jungen genauso betroffen wie Mädchen

»Aufschrei«, der Ortenauer Verein gegen sexuelle Gewalt, tut immer mehr, um junge Missbrauchsopfer zu erreichen: Ein neuer Flyer spricht Kinder direkt an. Langfristig ist auch eine eigene Kindersprechstunde geplant


18.12.2008 - Offenburg. »Kennst du das?«, steht als Frage auf dem Handzettel, der die Form eines dicken roten Ausrufezeichens hat. Missbrauchte Kinder kennen die dort beschriebene Situation nur zu gut: Dass sie niemandem von den sexuellen Übergriffen erzählen dürfen, sie angeblich selber an allem schuld sind, und ihnen wahrscheinlich sowieso niemand glaubt.
In einer Auflage von 5000 Stück hat der kreisweit tätige »Aufschrei« diesen Flyer drucken lassen, der jetzt gezielt an Multiplikatoren wie Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter von Betreuungseinrichtungen verschickt wird. Er soll helfen, mit vielleicht betroffenen Kindern besser ins Gespräch zu kommen und die Hemmschwelle herabzusetzen, sich Hilfe beim »Aufschrei« zu holen.
»Die Anfragen für Kinder haben zugenommen«, nennt die Vorsitzende Carola Geppert-Tesch als Grund, sich immer mehr in diesem Bereich stark zu machen. 40 Kinder zwischen drei und elf Jahren – darunter Jungen genauso wie Mädchen – kommen im Jahr zur Beratung in die Räume des Vereins in der Offenburger Hindenburgstraße. Tendenz steigend. Erhöht hat sich laut Geppert-Tesch übrigens auch die Zahl der Anfragen, bei denen es um sexuelle Übergriffe und Nötigungen von Kindern und Jugendlichen untereinander geht

An junge Missbrauchsopfer heranzukommen ist besonders schwierig: »Kinder reden nicht darüber, sie können den Missbrauch nicht benennen«, sagt die Diplomsozialpädagogin Marina Rosenbaum, die sich beim »Aufschrei« seit April speziell um Kinder kümmert. »Wir müssen ihnen einen Raum geben, in dem sie das, was sie erlebt haben, zum Ausdruck bringen können«, beschreibt sie ihre Arbeit. Das können Spiele mit Handpuppen sein oder die Sandkiste mit Tierfiguren, die Kinder als Stellvertreter nutzen, um ihre Nöte zu artikulieren. Auch der Boxsack, an dem sich Wut und Trauer ausleben lassen, oder Fantasiereisen gehören zur Palette der Möglichkeiten. Bis zu 15 Stunden, die der Verein finanziert, hat Rosenbaum pro Kind zur Verfügung, um herauszufinden, was weiter zu tun ist.
Langfristig soll auch einmal pro Woche nachmittags eine Kindersprechstunde eingerichtet werden. Der Vorteil: Kinder und Jugendliche könnten dann ohne vorherigen Anruf oder Anmeldung kommen. Auch das ein Versuch, ihnen den Weg zu den Hilfsangeboten zu ebnen.
Neben der Betreuung von Missbrauchsopfern widmet sich der Verein seit Jahren in zunehmendem Maß der Präventionsarbeit, um Kinder gegen sexuelle Übergriffe zu wappnen. So bietet der »Aufschrei« ein Projekt für dritte und vierte Grundschulklassen an, das neben vier Unterrichtseinheiten auch ein Fortbildungsseminar für Lehrer und einen Elternabend umfasst. Für die Neun- und Zehnjährigen geht es darum, sexuelle Grenzüberschreitungen zu erkennen und sich Strategien zum eigenen Schutz zu erarbeiten. Sechs solcher Projekte hat Samira Elwan, die Präventionsbeauftragte des Vereins, für das nächste halbe Jahr schon im ihrem Terminkalender. Finanziert wird das Ganze über Spenden, Sponsoren und einem Eigenanteil der Schule in Höhe von 250 Euro.
Fragebogen-Aktion
Der »Aufschrei« will sein Engagement auch auf den Kindergarten ausdehnen: Derzeit wird ein Fragebogen ausgewertet, in dem 250 Vorschuleinrichtungen angeben, inwieweit sie Interesse an dem Thema haben. »Missbrauch spielt in der Ausbildung von Erzieherinnen keine Rolle«, urteilt Rosenbaum. Bei Bedarf bietet der »Aufschrei« deswegen auch in diesem Bereich Fortbildungen an.



Quelle: http://www.baden-online.de/news/artikel....rtenau&id=12793

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
18.12.2008 11:14 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 18.12.2008 um 11:14 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

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