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Zum Ende der Seite springen Familie- "Ich kann nicht mehr"
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Reica Reica ist weiblich
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Beiträge: 20.946
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Familie- "Ich kann nicht mehr" Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familie

"Ich kann nicht mehr"

Eine Mutter mit fünf Kindern sucht Hilfe. Doch die Gefahr für die Kinder ist noch nicht groß genug. Elisabet Cantero erzählt aus ihrem Alltag als Familienhelferin.


Eigentlich sollte Dana zur Psychomotorik-Gruppe kommen mit dem Kleinen, doch sie hat es einfach nicht geschafft. Jetzt sitzt sie im Café und frühstückt. Besser, sie schluckt ungekaute Brötchenhappen herunter, stopft ein Ei hinterher, verschlingt hastig eine Tomate. Sie hustet und prustet Eigelbstücke mit Tomate zurück auf den Teller. Sie muss sich beeilen. Gleich wacht Antonio auf und wird schreien. Er hat wieder so eine schlimme Allergie und heute scheint die Sonne draußen und ein leichter Wind weht. Man sieht die Pollen förmlich durchs Fenster fliegen, direkt auf die pusteligen Bäckchen von Antonio.

Antonio wird nächste Woche ein Jahr alt. Er ist das fünfte Kind von Dana. Sie wurde überraschend mit 46 Jahren noch einmal schwanger. Bei aller Verzweiflung gebot ihr letztendlich der Glaube, das Kind auch gegen den Wunsch ihres Mannes Rudolf zu bekommen. Als Anna, die 16-jährige, davon erfuhr hat sie sich in ihr Zimmer eingeschlossen und tagelang kein Wort mehr gesprochen. Sebastian, der Zweitälteste, brüllte, er würde lieber ausziehen, als dass noch ein Kind in sein Zimmer gestopft würde. Luisa, die Mittlere, hat nur den Kopf geschüttelt. Leon war knapp drei Jahre alt, als sein kleiner Bruder zur Welt kam.

Nun ist für die siebenköpfige Familie die helle Neubauwohnung zu klein. Aber größere Wohnungen gibt es im Stadtteil nicht. Nur der zwölfjährige Sebastian wäre gern fortgezogen, denn er hat große Probleme mit den Kindern und Lehrern in seiner Klasse. So große, dass die Schuldirektorin vor zwei Jahren das Jugendamt informiert hat. Voller Angst, ihr könnten die Kinder weggenommen werden, erschien Dana bei uns im Familienzentrum. Der Erziehungsberater, den das Jugendamt vermittelte, brach die Gespräche nach wenigen Sitzungen ab; die Mutter sei nicht in der Lage, ihr eigenes chaotisches Erziehungsverhalten zu reflektieren und der Vater zu selten anwesend.

Fast zeitgleich begann Leon sich im Kindergarten zu verweigern, abzukapseln und herumzubrüllen. Die Erzieherinnen empfahlen, einen Kindertherapeuten mit Leon aufzusuchen. Dana ging mit ihm hin. Es folgten Termine beim Physiotherapeuten.

Antonio wurde geboren, "ein Gottesgeschenk", sagt Dana. Antonio gedieh prächtig und seine Mutter war glücklich. Doch schon nach wenigen Wochen begannen die Probleme mit Antonios Allergie, zwei kurze Krankenhausaufenthalte folgten.

Dana hat nun einen üppigen Fahrplan. Sie geht zur Physiotherapie und zur Logopädie, zum Hautarzt, zum Antiaggressionstraining für Sebastian und zu diversen Lehrergesprächen über Luisa. Denn Luisas Leistungen werden schlechter. Leon wird derweil zu einer echten Gefahr für die anderen Kinder im Kindergarten und insbesondere für seinen kleinen Bruder.

Es herrscht Unfrieden und Gewalt unter den Geschwistern. Es wird mehr geschrieen als gesprochen. Die Kinder sagen über ihre Mutter: "Sie hört nie zu und plappert pausenlos". Dana sagt, sie komme an die Kinder nicht heran und: "Ich kann nicht mehr."

Doch dann schämt sie sich wieder: "Was bin ich für eine Flasche. Meine Mutter hat neun Kinder großgezogen in Armut, Hunger und Gewalt." Sie weint und weint. Dann nimmt sie das schlafende Kind aus dem Wagen, trocknet ihre Wangen an seinem Mützchen. Dana entscheidet zur Neurologin zu gehen. Die Medikamente helfen ihr, dass sie endlich wieder besser schlafen kann.

Der Kindergartenleiter von Leon vermittelt einen Diagnosetermin im sozialpädiatrischen Zentrum. Dort plant man für sie und Leon einen mehrwöchigen stationären Aufenthalt. Antonio kann mit aufgenommen werden. Im Familienzentrum klären wir, wie die anderen drei Kinder in dieser Zeit betreut werden.

Dieser Termin ist für Dana der Lichtstreif am Horizont. Die Vorstellung, drei Wochen in eine Klinik zu gehen, verheißt Entspannung und Klarheit darüber, was eigentlich mit Leon los ist. Doch nach dem vorbereitenden Gespräch wird der Aufenthalt gestrichen. Die Mutter sei dermaßen überlastet, dass sie nicht in der Lage sei, sich auf die stationäre Behandlung einzulassen, meint die zuständige Psychologin. Es müsse erst mal wieder das Familienleben in geordnete Alltagsstrukturen gebracht werden.

Doch wie soll Dana das schaffen? Wir legen ihr ans Herz, noch mal die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch zu nehmen und sie stimmt zu. Ich begleite sie zum Erstgespräch. Sie füllt einen Antrag auf "Hilfen zur Erziehung" aus und sagt, dass sie dringend jemanden braucht, der ihr hilft und wieder: „Ich kann nicht mehr.“

Wochen vergehen und Dana hört nichts vom Jugendamt. Als ich auf ihre Bitte hin nachfrage, erfahre ich von dem Kollegen, dass es noch keine "Fallzuständigkeit" gebe. Deshalb weise ich schriftlich auf die zugespitzte Situation in der Familie hin, sowie auf die Hinweise der Schule, des Kindergartens, der Psychologin der Sozialpädiatrie und auf die wiederholten Hilferufe der Mutter.

"Es tut mit Leid", sagt der Kollege, "aber der Zustand in der Familie ist nicht akut gefährdend. Wir haben hier so viele Meldungen, denen wir nachgehen müssen. Meldungen auf akute Kindeswohlgefährdung. Wir haben einfach nicht genug Personal, um uns um Familie L. zu kümmern."

Ich habe eine Ahnung, was Dana tun müsste, um Hilfe zu bekommen, aber das kann ich ihr nicht ernsthaft vorschlagen.


Antonio ist aufgewacht. Er schreit nicht, sondern reibt sich verschlafen die juckenden Bäckchen. Etwas matt liegt er dort im Wagen. Ich nehme ihn heraus und lege ihn kurze Zeit später auf den Teppich. Er krabbelt noch immer nicht. Eigentlich sollte Dana jeden Tag eine Weile mit ihm auf dem Boden liegen und spielen, ihm Bewegungsanreize geben, seine kindliche Neugier fördern. Doch sie lässt ihn immer wieder solange wie möglich in der Karre liegen. Sie kann einfach nicht mehr. Antonio spürt das. Er hat es gelernt, sehr lange ruhig zu liegen.



Quelle, Rechte und weitere Informationen: http://www.zeit.de/online/2009/14/famili...ugendamt?page=1

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
31.03.2009 06:47 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
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Trixie 71 Trixie 71 ist weiblich
Privatschüler


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Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.522


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Aha, für Familienhilfe, Klinikaufenthalt ect. sind die "Auffälligkeiten" also zu groß um helfen zu können, für JA zu gering verwirrt

Nicht wundern - nur staunen geschockt

__________________
Ich bin Ich. Alles Andere ist mir zu anstrengend.
Jeder Wolkendunst unsrer Jugend , der sich harmlos zu verziehen schien, kommt irgendwann einmal als Gewitter nieder.
Arthur Schnitzler
31.03.2009 08:35 Trixie 71 ist offline Beiträge von Trixie 71 suchen Nehmen Sie Trixie 71 in Ihre Freundesliste auf
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hubbsie
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tja, da fängt es schon an. Denke es liegt einfach daran, dass die Wirtschaftskrise auch den sozialen Bereich erreicht hat. Hatte da meine Bedenken auch schon mal in einem anderen Thread geschrieben und hab da genau das befürchtet....jetzt wird "aussortiert". JA haben auch kein Geld mehr, um "alle" Familien zu unterstützen. Spreche da auch aus eigener Erfahrung.....gefährliche Entwicklung.....

hubbsie
31.03.2009 09:10
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Jula
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Auch ich habe Erfahrung in diesem Bereich gemacht.

Wo fängt es an - wo hört es auf...

Ich hoffe, unsere Politik wird irgendwann mal wach!!!
31.03.2009 10:00
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makumel makumel ist weiblich
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Beiträge: 1.459
Bundesland: Brandenburg
Herkunft: keine Angabe


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Zitat:
Original von Jula

Wo fängt es an - wo hört es auf...

Ich hoffe, unsere Politik wird irgendwann mal wach!!!


Angefangen hat es schon lange ganz zeitig
aufhören wird so etwas NIE

die Politik aufwachen verwirrt da brauchts in dieser Richtung ein Atomeinschlag und selbst den würden die Behörden verpennen regauf


__________________
Love Grüße makumel

Jedes Kind soll laufen um seinen Weg zu finden
und es braucht Flügel um sich zu entfalten

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Naemi27
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Unglaublich böse

Ob das JA schonmal daran gedacht hat, das gerade solche Fälle (Überforderung) nicht sehr weit von dem entfernt sind, was man unter "akuter Kindeswohlgefährdung" versteht!
Es wäre doch tatsächlich mal eine Maßnahme zu regieren, bevor die Situation eskaliert, vorallem weil diese Frau ja nun schon nach Hilfe ruft und merkt, das es so nicht weitergeht!

LG
Naemi
31.03.2009 10:10
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Jula
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Und wenn es dann in der Tageszeitung zu lesen ist das eine Mutter ihre Kinder getötet hat - dann fragt sich alles nach dem WARUM verwirrt
31.03.2009 10:21
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yadzia yadzia ist weiblich
Wirbelwind


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Na Haupstsache die Abwrackprämie wird verlängert......da Hat die BRD anscheinend noch genug Geld...... böse

__________________
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht."
(Václav Havel)
31.03.2009 10:28 yadzia ist offline E-Mail an yadzia senden Beiträge von yadzia suchen Nehmen Sie yadzia in Ihre Freundesliste auf
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Oma
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... und 40 Millonen für Afganistan
06.04.2009 20:54
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peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


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Beiträge: 28.211
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Noch ein Bericht zum gleichen Thema:




Das Kindeswohl von Leon, Antonio und ihren Geschwistern ist laut Jugendamt nicht akut gefährdet, aber die Mutter braucht Hilfe. Elisabet Cantero erzählt von ihrer Arbeit im Familienzentrum
Dana kommt zum späten Frühstück ins Familienzentrum - direkt von der Hautklinik am anderen Ende der Stadt, wo sie den einjährigen Antonio mit seinen juckenden und nässenden Ekzemen vorstellen musste. Nun sind seine pusteligen Bäckchen mit einer weißen Paste bedeckt. Das Kind reckt die Ärmchen aus dem Wagen. Dana setzt ihn im Vierfüßlerstand auf den Teppichboden, legt die Hand hinter seine Füße, so wie die Ergotherapeutin es ihr gezeigt hat, damit er endlich anfängt zu krabbeln. Schließlich schaukelt Antonio sich auf Knien und Händen langsam auf den Bällepool zu.

"Mein Goldschatz" sagt Dana und widmet sich wieder ihrem Kaffee. Sie genießt diese ruhige Stunde mit den anderen Müttern. Ihre sechzehnjährige Tochter entlastet sie zwar manchmal mit dem Kleinen, aber der zwölfjährige Sebastian sabotiert in der Schule immer wieder den Unterricht und Leon, erst vier Jahre alt, strukturiert den Tag mit seinen Wutausbrüchen. Die siebenjährige Luisa bräuchte Hilfe bei den Hausarbeiten. Dana geht fast täglich an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus. Nicht einmal Antonios ersten Geburtstag in der vergangenen Woche haben sie richtig gefeiert.

Anzeige
Ihr Handy piept. Es ist Herr Schack, der Leiter vom Kindergarten. Leon soll sofort abgeholt werden. Er ist mit einer Schere auf ein anderes Kind losgegangen und hat es am Arm verletzt. Leon ist schon länger zur Gefahr für die anderen Kinder im Kindergarten geworden ist, da er zum Beispiel ohne erkennbaren Grund auf ein Kind mit einem Stuhl losgegangen ist, ein Marmeladenglas nach einem anderen Kind geworfen und ein weiteres von der Rutsche geschubst hat. Das Personal reiche nicht aus, um ihn so intensiv zu betreuen, wie der Junge es brauche, sagt Herr Schack. Da jedoch kein Platz in einem Integrationskindergarten frei war, darf Leon den Kindergarten weiter besuchen. Dana musste sich allerdings verpflichten, immer erreichbar zu sein und Leon sofort abzuholen, wenn das nötig sein sollte.

"Doch. Doch!" ruft sie nachdrücklich in das Handy. "Das Telefon war an. Ich war im Bus unterwegs, vielleicht war es eine Störung... Ja. Ich komme jetzt!" Sie stürzt zum Bällebad, reißt den erschrockenen Antonio heraus.

"Lass ihn doch hier!", sagt Liane, eine der anderen Mütter, "wir passen schon auf." Nach kurzem Zaudern rennt Dana schließlich los. Antonio hält kurz inne und heftet seinen verwunderten Blick auf die zufallende Tür.

Als Dana mit Leon zurückkommt, ist das Frühstück bereits abgedeckt. Der Junge aber möchte ein Brötchen essen. "Gibt gleich Mittag", sagt Dana, "Frühstück ist vorbei". "Ich will jetzt ein Brötchen. Mit Wurst", verlangt Leon. Dana schüttelt den Kopf. Sie erzählt, dass der Kindergartenleiter gesagt habe, er werde das Jugendamt informieren, wenn es mit Leon nicht besser wird.

Dana versteht die Welt nicht mehr. Sie selbst hat beim Jugendamt einen Antrag auf "Hilfen zur Erziehung" gestellt, vor Wochen schon, als sie merkte, dass sie einfach nicht mehr weiter weiß. Doch die Hilfe lässt bis heute auf sich warten.

Plötzlich rennt Leon von hinten auf Dana zu. Er springt ihr auf den Rücken, greift in ihren Schopf und reißt den Kopf seiner Mutter nach hinten, die gellend aufschreit. Liane, die am Nachbartisch sitzt, packt geistesgegenwärtig Leons Hände und löst sie aus den Haaren. Er stürzt aus dem Raum und schließt sich auf der Toilette ein.

Glücklicherweise erscheint kurz darauf Danas Mann Rudolf. Er arbeitet im Schichtdienst. Er nimmt seine Frau in den Arm und holt Antonio aus dem Bällepool auf seinen Schoß. Wir reden über das Geschehene und Rudolf sagt, dass ihm alles recht sei, was Dana oder Leon an Hilfe bekommen können, schließlich sei sie zuständig für die Erziehung der Kinder. Dana weint und sagt, dass sie am liebsten fortgehen möchte.

Ich lasse mir das Einverständnis der Eltern geben, um gemeinsam mit Herrn Schack dem Jugendamt wieder einmal die Not der Familie zu schildern und darum zu bitten, schnell eine Familienhelferin einzusetzen.

Am selben Nachmittag erreichen wir telefonisch den Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugendamtes und drängen gemeinsam darauf, nun sehr schnell dem vorliegenden Antrag auf erzieherische Hilfen zuzustimmen. Nein, akute Kindeswohlgefährdung besteht nicht, das Mutterwohl allerdings ist akut bedroht.

Am Montag ruft Dana im Familienzentrum an; sie sagt Antonios Teilnahme an der Krabbelgruppe ab. Aber sie bringt gute Nachrichten vom Jugendamt: Am späten Vormittag wird sie sich zum ersten Mal mit der neuen Familienhelferin treffen.


Quelle: http://www.zeit.de/online/2009/17/famili...-dana-jugendamt

__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

16.04.2009 22:24 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

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